Die Begeisterung für Gospelmusik befeuert

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 19. November 2019

Schopfheim

Das Konzert des Pop- und Gospelchors "Resonance of Life" bricht mit seinem Jahreskonzert "Like a Fire" alle Besucherrekorde.

SCHOPFHEIM. Alle Besucherrekorde hat der Pop- und Gospelchor "Resonance of Life" bei seinem Jahreskonzert am Sonntag in der brechend vollen Evangelischen Stadtkirche gebrochen. Dicht an dicht drängten sich die Zuhörer, füllten bis in die hintersten Winkel jeden verfügbaren Platz, selbst auf den Emporen. Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon und sein Chor waren wie beflügelt von dieser überwältigenden Resonanz. "Das nächste Mal müssen wir wohl anbauen", kommentierte Bogon, der charmant moderierend durch den Abend führte.

Wie es der Titel "Like a Fire" ankündigte, verstand es der Pop- und Gospelchor prächtig, den Funken der Begeisterung auf das Publikum überspringen zu lassen. Vom ersten Song "Come let us sing" an verbreiteten die Sängerinnen und Sänger, mit viel rhythmischem Drive von der bewährten Band begleitet, pure Energie, Emotion und Leidenschaft.

Da war der ganze Chor in Bewegung, wurde mit so viel Enthusiasmus und Schwung gesungen, dass es die Zuhörer – darunter auch Bürgermeister Dirk Harscher – förmlich mitriss. In "Total Praise" war dynamischer Powergesang voller Verve zu hören, vorangetrieben von Solist Charles McCartney und unterstützt von einer schwungvollen Choreografie. Ähnliche motivierende Wirkung hatte die Latin-Nummer "Rejoice" in ihrem fröhlichen Rhythmus.

In dem Song geht es darum, dass Gott ein Wegbegleiter durch alle Höhen und Tiefen des Lebens ist. "Feuer fangen" im übertragenen Sinn konnten die Gospelfans im Titelsong "Like a Fire". Da wird Bezug genommen auf die biblische Stelle, in der Gott Moses in einem brennenden Dornbusch erschienen ist.

Die Gospelbotschaft des Vertrauens auf Gott zog sich durch sämtliche spirituellen Lieder, die der Gospelchor und seine Solisten in der Kirche interpretierten. Sei es in dem Modern Gospel "New Song" des ehemaligen Bandmitglieds Dominic Cerrito, sei es in dem ruhigeren Lied "Oh Lord, I will worship you". In "Jesus is the solid rock" mit emotionalem Solo von Natalie Sonntag wird davon gesungen, dass Jesus ein fester Felsen ist, auf den man auch in stürmischen Zeiten vertrauen und bauen kann.

Ein Lied wie ein eindringliches Gebet

Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme begeisterte Solistin Natalie Sonntag auch in "Like a Fire" und "Nobody but you". Wie ein eindringliches Gebet klang das Lied "I sing this song for you", in dem Franziska Rathgeber als Solistin mit strahlkräftiger Stimme hervortrat. Auch in "Keep on Walking" war Rathgebers Solo von kraftvoller Intensität und vokaler Leuchtkraft. Der stimmgewaltige Pop- und Gospelchor hatte auch zwei A-cappella-Gesänge im Repertoire, die "unplugged" erklangen. Sehr bewegend gesungen war das Spiritual Amazing Grace, das der Hoffnung auf Befreiung aus Gefangenschaft, Not und Unterdrückung Ausdruck gibt. Elementare Kraft entwickelte das afrikanische Traditional "Siyahamba", in dem es übersetzt heißt: "Wir wandern im Licht Gottes."

Mit seiner dynamischen, mitreißend motivierenden Art animierte Chorleiter Bogon nicht nur seine Sängerinnen und Sänger, sondern auch das Publikum zum Mitklatschen. Uli Pfleiderer an der Gitarre, Hubert Donkel am E-Bass, Hendrik Rekers am Piano und Hubert Kretschmer am Schlagzeug lieferten einen groovenden, rockigen Sound und legten viel Klanggespür in die Begleitung der Gospels. Was sie drauf haben, zeigten die Bandmusiker im Stück "Midnight Voyage": eine stimmungsvoll und atmosphärisch klingende mitternächtliche Reise.

Im zweiten Teil standen bekannte Poptitel an. Auch in diesem Repertoire hat der 70-köpfige Chor sorgfältig am Chorklang und der Stimmtechnik gefeilt, damit die Songs so toll "sitzen". Fulminant gesungen im rockigen Temperament war der unverwüstliche Hit "Proud Mary" von Rockröhre Tina Turner. Sehr gefühlvoll und wirklich hymnisch sangen der Chor und die beiden Solisten Uwe Michael Bernauer und Frank Schirrmeier "Hymn" von Barclay James Harvest. Schirrmeier war auch der bejubelte Solist in dem kraftvollen Mutmacher-Song "You raise me up". Eine besondere Stimmung erfüllte die Kirche, als der Chor John Lennons "Imagine" von 1971 sang.

Die Vorstellungskraft wurde auch in dem Titel "Africa" der US-Rockband Toto animiert: Die Sängerinnen und Sänger erzeugten durch Reiben der Hände, Schnipsen mit den Fingern, Klatschen und Körperperkussion die Geräusche von Regen, erst sanft rauschend, dann in dicken Tropfen und schließlich prasselnd in einem heftigen Gewitter. Nach dem fröhlichen funkensprühenden "Celebration", bei dem der Chor wogte vor ausgelassener Vitalität und Freude, feierte das Publikum Chor, Dirigent und Band mit stehenden Ovationen und bekam noch zwei Zugaben.