Kundgebung

Die CSD-Parade zieht am Samstag wieder durch Freiburg

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

Do, 23. Juni 2022 um 07:13 Uhr

Freiburg

Nach zwei pandemie-bedingt abgespeckten Kundgebungen will der Christopher Street Day wieder ein Zeichen für Toleranz setzen. Am Samstag zieht die CSD-Parade wieder durch die Freiburger Innenstadt.

Enge Kleider, bunte Gesichter, viel Haut: Nach drei Jahren Pause zieht am Samstag wieder eine Parade zum Christopher Street Day (CSD) durch Freiburg. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Liebe Grenzenlos – Amour sans frontières". Die Veranstalter wollen sich künftig stärker mit anderen CSD-Gruppen im Dreiländereck vernetzen. Die Kundgebung hatte zwar in den zwei vergangenen Jahren stattgefunden, aber ohne Parade und unter Corona-Vorgaben.

Der veranstaltende Freiburger Verein rechnet mit mehreren Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern. "Der Freiburger Christopher Street Day ist ein Mammut unter den deutschen CSDs", sagt Ronny Pfreundschuh vom Verein. Im vergangenen Jahr haben rund 5000 Menschen am CSD teilgenommen. Vor der Pandemie waren es sogar bis zu 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Einziger Wermutstropfen für die Veranstalter: Die städtische Förderung falle in diesem Jahr geringer aus als erwartet. "Wir bekommen vermutlich etwas weniger als 10.000 Euro", sagt Pfreundschuh. Das komplette Budget für den CSD liege bei rund 40.000 Euro. Der Verein finanziert sich durch Einnahmen aus der offiziellen Party am Samstagabend, sowie Spenden und Rücklagen. "Das finanzielle Polster ist nach der Pandemie allerdings stark geschrumpft", sagt Pfreundschuh. Auch Personalmangel in der Veranstaltungs- und Sicherheitsdienst-Branche habe die Planung erschwert.
Wochenend-Events

Zu den weiteren Veranstaltungen am Wochenende gehören unter anderem
  • Partnerstädtetreffen (Rathausplatz, Fr und Sa, ganztags)
  • Habsburgerstraßenflohmarkt (Samstag, 10-17 Uhr)
  • Blaulichttag diverser Rettungsorganisationen (Urachstraße 5, Samstag, 10-22 Uhr)
  • Keramiktage am Alten Wiehrebahnhof (Sa und So, ganztags)
  • 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte (im Seeparkstadion ab Samstag, 16 Uhr)
  • Tag der Artenvielfalt (Ökostation im Seepark, Sonntag, 12.30-16.30 Uhr)
  • Mittsommerfest Mundenhof (Sonntag, 15-19 Uhr)

Die Kundgebung für mehr Rechte für Schwule, Lesben und andere queere Menschen beginnt am Samstag um 14 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge. Von dort zieht der Zug mit rund einem Dutzend Wagen und 30 Gruppen über die Salzstraße durchs Schwabentor, über die Wallstraße zum Holzmarkt und durchs Martinstor über die Kaiser-Joseph-Straße. Von dort zum Europaplatz und zum Rotteckring, zur Belfortstraße und bis zum Konzerthaus. Auf dem Stühlinger Kirchplatz findet ab 18 Uhr die Abschlusskundgebung statt. Dort treten bis 22 Uhr Musiker und Künstlerinnen auf. Außerdem gibt es verschiedene Redebeiträge. Im Anschluss findet im Hans-Bunte-Areal die Party statt.

Der Verein will mit dem Christopher Street Day ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt gegen LSBTIQA-Menschen (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans, Intersexuell, Queer, Asexuell) setzen.

Der CSD kooperiert in diesem Jahr mit dem Musikfest "Freiburg stimmt ein", indem die Bühne am Stühlinger Kirchplatz gemeinsam genutzt wird. Am Wochenende finden darüber hinaus weitere Veranstaltungen statt (siehe Infobox). Nachmittags fahren die Straßenbahnlinien nicht durch die Innenstadt.
Einschränkungen im Nahverkehr am Samstag

Das Flohmarktfest entlang der gesamten Habsburgerstraße sowie der Umzug zum Christopher-Street-Day (CSD) beeinträchtigen am Samstag, 25. Juni, nach Mitteilung der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) den Stadtbahnverkehr sämtlicher Linien in der Innenstadt. Betroffen sind zeitweise auch die Buslinie 27 sowie die Schienenersatzverkehre im Norden der Stadt. Die Stadtbahnlinie 4 kann demnach zwischen 8 und 20 Uhr auf dem Streckenabschnitt entlang der Habsburgerstraße nicht zwischen den Haltestellen "Europaplatz" und "Okenstraße" fahren – damit wird die Straße auch in der Zeit von Auf- und Abbau des Flohmarktes freigehalten (Verkaufszeiten sind von 10 bis 17 Uhr). Die Linie 4 fährt von 8 Uhr bis etwa 13.30 Uhr, wenn es wegen des CSD zu weiteren Einschränkungen kommt (siehe unten), von der Messe kommend ab "Europaplatz" als Stadtbahnlinie 5 weiter Richtung Rieselfeld und umgekehrt. Die Busse des Schienenersatzverkehrs (SEV) der Linie 4 (wegen der Baustelle am Übergang zur Zähringer Straße) werden zwischen 8 und 20 Uhr nach der Haltestelle "Hornusstraße" über die Komturstraße und den Rennweg zur Haltestelle "Nordstraße" fahren. Eine fußläufige Verbindung zwischen den SEV für die Stadtbahnlinien 2 und 4 ist im Bereich der Haltestellen "Rennweg" und "Nordstraße" möglich.

Wegen der CSD-Parade kann darüber hinaus ab 13.30 Uhr und bis 18 Uhr die Innenstadt nicht mehr von Straßenbahnen passiert werden. Die Linie 1 pendelt in dieser Zeit zwischen Littenweiler und Schwabentor sowie zwischen Landwasser und Stadttheater, die Linie 2 verkehrt während des Umzuges nur auf ihrem Südast von Günterstal bis Holzmarkt, die Linie 3 von Vauban kommend endet ebenfalls am Holzmarkt und aus Richtung Munzinger Straße am Stadttheater. Die Linie 4 fährt von der Messe kommend in dieser Zeit nur bis zum Stadttheater und die Linie 5 fährt vom Rieselfeld kommend nur bis zur Haltestelle Erbprinzenstraße.

Voraussichtlich gegen 15.30 Uhr wird die Buslinie 27 eine Zeit lang nicht zur Endhaltestelle "Europaplatz" fahren können. Stattdessen wird im Bereich des Karlsplatzes eine Ersatzhaltestelle eingerichtet. Zwischen 18 und 20 Uhr werden die Linien 4 und 5 am Europaplatz wieder miteinander verbunden, wie schon vor 13.30 Uhr. Nach 20 Uhr fahren, so die VAG, alle Linien wieder fahrplanmäßig.