Frauenfußball
Die deutschen Fußballerinnen um Klara Bühl – und die Krux mit der Chancenverwertung
Nach dem 0:0 gegen Spanien steht das DFB-Team im Rückspiel des Nations-League-Finals vor einer klaren Aufgabe: Die Chancen müssen genutzt werden – auch von der Münstertälerin Klara Bühl.
David Joram, Ulrike John (dpa) und BZ
So, 30. Nov 2025, 16:45 Uhr
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Mit gemischten Gefühlen bestiegen die deutschen Fußballerinnen den Flieger nach Madrid. Einerseits nehmen sie viel Zuversicht mit nach dem starken Hinspiel-Auftritt vom Freitagabend im Nations-League-Finale gegen Weltmeister Spanien. Anderseits dürfte vor allem die aus Münstertal stammende Tempodribblerin Klara Bühl das Gewissen plagen: so viele vergebene Top-Chancen! Statt des erhofften Vorsprungs geht es im Rückspiel am Dienstag (18.30 Uhr/ARD) erneut bei 0:0 los. Und mit der klaren Mission, endlich das Tor zu treffen. "Wenn man den Spielverlauf anschaut, dann hätten wir auch mit drei Punkten hier rausgehen können und vielleicht ein, zwei Toren", sagte die 24 Jahre alte Spielerin des FC Bayern München und ehemals des Sportclubs Freiburg nach dem torlosen ersten Unentschieden vor der beeindruckenden Kulisse von 40.159 Zuschauerinnen und Zuschauern in Kaiserslautern. "Jetzt geht es natürlich darum, die Effektivität in vielleicht dem einen oder anderen Spiel noch zu verbessern", forderte Klara Bühl – und dürfte dabei vor allem an ihre eigene Ausbeute gedacht haben.
Auch Kett, Anyomi und Brand vergeben Chancen
Die Bayern-Stürmerin traf nach mehreren starken wie torlosen Aktionen in der zweiten Halbzeit auch noch den Pfosten und machte nach dem Abpfiff im Fritz-Walter-Stadion ein sehr unglückliches Gesicht. "Ich habe es schon öfter gesagt: Sie muss Ihre Quantität in Qualität ummünzen", forderte Wück, wohlwissend, dass auch Linksverteidigerin Franziska Kett, Stürmerin Nicole Anyomi und Spielmacherin Jule Brand beste Gelegenheiten ausließen.
Viel auszusetzen hat der 52 Jahre alte ehemalige Stürmer an Bühl, die im Frühjahr fast beim FC Barcelona gelandet wäre, eigentlich nicht. "Die Häufigkeit, wie sie ins Eins-gegen-Eins geht, die Häufigkeit, wie sie durchkommt, wie sie auch zu Abschlüssen kommt, die ist top, die ist auf Weltklasse-Niveau", sagte Wück. "Und jetzt brauchen wir noch die richtige Entscheidung."
Dabei verfügt die Flügelstürmerin, die von der linken Seite oft schwungvoll ins Zentrum dribbelt, über den gegen Spaniens Weltmeisterinnen schmerzlich vermissten Torriecher. In 75 Länderspielen traf sie bereits 30 Mal, zuletzt in beiden Halbfinal-Partien gegen Frankreich (1:0/2:2). In der Bundesliga gelangen ihr in 183 Spielen 52 Tore.
Ein facettenreiches Thema
"Natürlich kann man sagen, die Effektivität muss besser werden. Ich habe aber auch als Offensivspielerin gelernt, dass man jede Aktion auch so ein bisschen separiert sehen muss", erklärte sie. Jeder Abschluss sei nun mal einzigartig, das Thema "unglaublich detailliert und facettenreich".
Anders als beim Spielaufbau aus der Abwehr heraus sei vorne Kreativität nötig, so Bühl. "Man braucht so ein bisschen den Lucky Punch", den sich das Team eben erkämpfen müsse. "Jede Spielerin für sich vielleicht noch mal die Aktion anschauen, gucken, ob man mal den Kopf noch mal hochnehmen muss, vielleicht mal in die Ecke schieben oder mit Gewalt", empfahl die Offensivspielerin deshalb.
Für Wück steht auch so fest, dass Klara Bühl "eine absolute Weltklassenspielerin" ist. Was also wäre, wenn sie jetzt den nächsten Schritt macht und ihre Torausbeute steigert? "Ich weiß nicht, was dann noch über Weltklasse geht, aber dann wäre sie das." Und die deutsche Elf vielleicht um einen Titel reicher – es wäre der erste seit dem Olympia-Gold 2016.