Die dritte Lebensphase aktiv gestalten

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 20. August 2019

Zell im Wiesental

Der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger besucht die Seniorenakademie in Zell.

ZELL (BZ). Ein Flyer, der bei der Regionalkonferenz "Quartier 2020" im Landratsamt auslag, war der Auslöser: der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger wurde auf die Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental aufmerksam. Jetzt besuchte er den frisch gegründeten Verein. Informieren konnte er sich dabei auch gleich über das Institut für Bildung und Management (IKS), die Fernhochschule SRH und das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung BW (LNWBB). Denn alle Angebote laufen in Zell bei IKS-Geschäftsführerin Christine Zeller zusammen und entstanden aus Ideen von Peter Kiefer. "Unglaublich, was hier geschaffen wurde", staunte Stickelberger. Alle Projekte sind in den Räumen der IKS in der Constanze-Weber-Gasse angesiedelt und werden von Christine Zeller, inzwischen unterstützt von Tochter Miriam, gemanagt. "Das passt auch thematisch, denn bei allen geht es um (Weiter-)Bildung, aber auch um Vernetzung", befand Stickelberger.

Den Anfang machte das 1998 von Peter Kiefer und Rudolf Rümmele gegründete IKS. Hier bieten inzwischen 100 Honorardozenten aus der Praxis 240 Kurse an für pädagogische Fachkräfte und zu einem kleineren Teil für Fachkräfte aus dem Bereich Gesundheit und Pflege. Wichtig ist für Christine Zeller, dass keine Konkurrenzveranstaltungen angeboten, sondern Nischen besetzt und Vernetzungen geschaffen werden. Im vergangenen Jahr zählte die IKS in Zell 1900 Teilnehmer.

Die IKS kooperiert auch mit der Fernhochschule SRH, die ein Hochschulstudium unabhängig vom Wohnort und begleitend zu Beruf oder Familie ermöglicht. Im Studienzentrum in Zell können die Studierenden ihre Prüfungen und Präsenzveranstaltungen absolvieren. "Wir wollten das vor Ort haben, damit man aus dem Dreiländereck nicht nach München oder Stuttgart fahren muss", betont Christine Zeller. Von IKS und SRH profitiert auch die Stadt Zell, wie Müller betont, da die Studierenden – nicht selten mit Familie – in Zell übernachten und sich verpflegen.

Die LNWBB Zell wiederum gehört zu einem Netzwerk aus 140 Beratungsstellen im Land, die jedem Interessenten individuelle und trägerneutrale Orientierung in der unübersichtlichen Fülle an beruflichen und allgemeinen Weiterbildungsangeboten anbieten.

"Unser jüngstes Kind ist", so Christine Zeller, "die Seniorenakademie" als Bildungs- und Mitwirkungsangebot für die nun in Rente gehenden, noch fitten Baby-Boomer-Jahrgänge. Auch aus den Reihen der eigenen Vereinsmitglieder werden Referenten gewonnen, gemäß dem Akademiemotto: "Altern lernen – Lernen im Altern – Lernen vom Alter". Während Viele "mit dem Ruhestand in ein Loch fallen", so Stickelberger, soll hier die dritte Lebensphase aktiv gestaltet werden.