Frauentag

Die Fachfrau wird vom Kunden gefragt: "Niemand da, der mir helfen kann?"

Brigitte Walzer

Von Brigitte Walzer (Kenzingen)

Mo, 23. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Frauentag – Zeit für klare Ansagen", verschiedene Beiträge (Politik, 7. März)
Ja, es hat sich viel getan in Richtung Gleichberechtigung der Frauen. Trotzdem kommt es auch heutzutage noch zu kuriosen Begegnungen mit dem männlichen Geschlecht. Als ich vor 56 Jahren einen "Männerberuf" (damals Blechner und Installateur) gelernt habe, war es üblich – beim Kunden mit "Was, da kommt eine Frau?" empfangen zu werden. Dass es aber immer noch solche Vertreter gibt, will ich an einer kleinen Begebenheit schildern, die kürzlich in unserem Nachfolgegeschäft passierte. Ein netter Mann kommt in unsere Ausstellung, schaut sich um und entdeckt (nur?) drei Frauen. Er fragt: "Niemand da, der mir helfen kann?". Sehr freundlich frage ich nach seinen Wünschen, darauf er: "Ja, ich weiß nicht, ob Sie davon etwas verstehen, ich brauche nämlich ein Rohr". Auf meine Frage, um was für ein Rohr es sich denn handeln soll (Zuwasser, Abwasser, Dimension, Hersteller), gab es großes Erstaunen seinerseits. Nun, dem Mann konnte von uns Frauen geholfen werden: Er bekam, was er brauchte. Ob er seine Lektion gelernt hat? Schön wär’s!

In unserem Nachfolgebetrieb beträgt die Frauenquote eins zu drei, und alle Kolleginnen und Kollegen sind hochmotiviert, denn sowohl Männer als auch Frauen können im Sanitär- und Heizungsbereich arbeiten. Brigitte Walzer, Kenzingen