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Die Freie Waldorfschule Lörrach will klimaneutral werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 08. August 2022 um 08:00 Uhr

Lörrach

Die Waldorfschule Lörrach will klimaneutral werden. Auf dem Weg dorthin engagiert sich die Schule in einem Pilotprojekt. Der Landtagsabgeordnete Josha Frey (Grüne) ließ sich das Konzept erklären.

Um zum stadtweiten Ziel der Klimaneutralität bis 2040 beizutragen, soll die Freie Waldorfschule Lörrach klimaneutral werden. Neben den baulichen Maßnahmen seien auch die Veränderung der Verhaltensweisen erforderlich, schreibt der Landtagsabgeordnete Josha Frey (Grüne) nach einem Treffen mit Geschäftsführerin Valérie Ralle und Vertretern des Klimateams der Schule in einer Pressemitteilung: "Schule ist der Lernort der heranwachsenden Generation. Hier kann Umdenken stattfinden."

Impuls kam von Klimaaktivistin Amandine Tupin

Initiiert wurde das Projekt durch Amandine Tupin, ein Mitglied der Elternvertretung und Isabella Risorgi vom Schulbüro. Sie wandten sich an den Runden Tisch Klima (RTK) in Lörrach mit der Bitte um Unterstützung auf dem Weg zur Klimaneutralität. Über Mechtild Beucke-Galm vom RTK entstand ein Kontakt zum Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, das zurzeit ein bundesweites Pilotprojekt mit zehn Schulen zur Klimaneutralität durchführt ("Schools4Future").

Davon konnte auch die Waldorfschule Lörrach profitieren. Der Projektleiter stellte die nötigen Instrumente zur Ermittlung des schuleigenen Kohlendioxid-Fußabdrucks zur Verfügung und stand bei der Datenerhebung und deren Interpretation beratend zur Seite.

Im Herbst 2021 errechneten Mitglieder der Schule und des Klimateams den CO2-Abdruck der Schule. Dabei konzentrierten sie sich auf drei Sektoren: Energie, Verkehr und Ernährung/Beschaffung. Anschließend wurden die Ergebnisse der Schulgemeinschaft vorgestellt und diskutiert. Basierend auf diesen Daten, wurde ein Klimaschutzkonzept mit zehn Projekten zur Verbesserung der CO2-Bilanz entwickelt.

Erste Maßnahmen schon in Arbeit

Eine erste Maßnahme ist die Installation einer Photovoltaik-Anlage, eine weitere das gemeinsame Identifizieren von Wärme- und Stromverlusten und eine dritte das Initiieren von Fahrgemeinschaften. Nach den Sommerferien werde es an deren Umsetzung gehen, hießt es. "Unser Ziel ist nicht nur, Klimaneutralität technisch zu erreichen. Wir wollen durch die gemeinsame Projektarbeit unter Beteiligung der gesamten Schulgemeinschaft auch ein Bewusstsein für die Problematik des Klimawandels und mögliche Gegenmaßnahmen im Alltag schaffen – und dabei auch andere Schulen zum Mitmachen bewegen", erklärt Sven Alberding, ein im Klimateam engagiertes Mitglied aus der Elternschaft.

Josha Frey fordert Kommunen zur Unterstützung auf

"Wenn einige Schülerinnen und Schüler Ideen wie beispielsweise die Anschaffung eines Balkonkraftwerks oder das bewusste Heizen und Lüften mit nach Hause nehmen und diese in der Folge auch dort umsetzen – dann hat sich das Projekt schon gelohnt", befindet Josha Frey. Nun seien auch die Gemeinden und Landkreise gefragt, solche Klimaschutzinitiativen als Schulträger zu unterstützen, zum Beispiel durch Abbau von Bürokratie oder die Bereitstellung eines zuverlässigen und passgenauen ÖPNV.