"Keeaah"

Die Genies unter den Papageien sind in den Basler Zoo zurückgekehrt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 11. Dezember 2019 um 17:04 Uhr

Basel

Nach 30 Jahren Pause beginnt der Basler Zoo wieder mit der Haltung von Keas, die in der Natur nur in Neuseeland vorkommen. In Freiheit leben geschätzt nur noch 4000 dieser Tiere.

Drei Keas sind am 4. Dezember im Zoo Basel angekommen. Der Zolli beginnt nach 30 Jahren Pause neu mit der Haltung dieser Papageienart. Keas seien ausgesprochen verspielt und intelligent, heißt es in einer Mitteilung des Zoos vom Mittwoch. Auf der Roten Liste der IUCN sind sie als "gefährdet" gelistet.

Zwei der neu angekommenen Keas im Zoo Basel sind Männchen (beide von 2018) aus dem Zoo im britischen Bristol. Das in diesem Jahr geschlüpfte Weibchen stammt aus dem Vogelpark Ambigua im aargauischen Zeihen. Alle drei waren anfangs noch etwas zurückhaltend. Das junge Weibchen machte den ersten Schritt und suchte Anschluss bei den beiden Männchen, die sich bereits kannten.



Bereits von 1957 bis 1989 zeigte der Zoo Basel Keas. Nun wurde die ehemalige Eulenburg im Zolli für die Keas renoviert und umgestaltet. Dabei wurde berücksichtigt, dass die kälteliebenden "Bergpapageien", wie sie auch genannt werden, zwar voll flugfähig sind, sich aber größtenteils auf dem Boden fortbewegen. Beim Suchen nach Futter benutzen sie Werkzeuge wie Äste oder Drähte, die sie zurechtbiegen. Gegenüber Menschen sind Keas sehr zutraulich. In ihrer Heimat Neuseeland nähern sie sich Wanderern und Bergsteigern bis auf wenige Meter, was in Touristengebieten unangenehm werden kann. Zelte, Gummidichtungen, Scheibenwischer geparkter Autos und Mülleimer sind nicht vor ihrem geschickten Schnabel sicher. Bekannt ist der Kea auch für seinen Ruf, der ihm auch seinen Namen gab. Es ist ein kreischendes "Keeaah".

Offiziell ist das Töten von Keas verboten

Keas kommen in der Natur nur in Neuseeland vor. Sie leben in den Südalpen der Westküste vorwiegend in einer Höhe von 500 bis 2500 Metern. In dieser eher kargen, alpinen Region müssen sie Wind, Kälte und Schnee aushalten. Die Papageien leben in Gruppen von bis zu 40 Vögeln. Sie fressen Samen, Sprossen, Blätter und Beeren oder graben mit ihrem langen Schnabel nach Insekten und Pflanzenknollen. Auch kleine Säugetiere wie Mäuse und Kaninchen stehen auf dem Speiseplan. Bei Gelegenheit ernähren sich Keas von Aas verendeter Rehe, Gämsen oder auch Schafen.

Der Bestand wird auf 4000 Tiere geschätzt. Ihr größter Feind ist der Mensch. Da man ihnen nachsagt, dass sie lebenden Schafen Wunden zufügen, die durch nachfolgende Infektionen tödlich enden können, werden sie von Farmern vergiftet oder abgeschossen, obwohl offiziell das Töten der Keas verboten ist. Ein weiteres Problem stellen für die Vögel eingeschleppte Fressfeinde dar, wie zum Beispiel Hermeline und Hauskatzen, die es auf die Jungvögel aber auch die Eier abgesehen haben. In den Wintermonaten konkurrieren die Keas mit anderen eingeführten Arten wie Tahr, Rothirsch oder Gämse um die Nahrung.