Nach dem Corona-Ausbruch

Die meisten Corona-Erkrankten im Behindertenwohnheim in Lahr gelten als genesen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 04. Mai 2021 um 07:30 Uhr

Lahr

Elf Bewohner starben bei einem Corona-Ausbruch im Wohnheim "Langenwinkel". Bei einem Besuch kritisierte der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß die falsche Impfpriorisierung für das Heim.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß gedachte bei einem Besuch des Hauses der Johannes-Diakonie am Scheidgraben der an der Corona-Pandemie verstorbenen Bewohner. "Mir ist dieser Besuch wichtig, auch wenn es ein trauriger Anlass ist", erklärte Peter Weiß angesichts von elf Todesopfern nach dem Covid-19-Ausbruch in dem Wohn-Pflegeheim laut der Pressemitteilung. Überrascht zeigte er sich, dass das Haus am Scheidgraben offensichtlich nicht der Impfpriorität 1 zugeordnet gewesen sei, obwohl ein Teil des Haus als stationäres Pflegeheim gelte. Alle anderen Häuser der Johannes-Diakonie im Land, die als Wohn-Pflegeheim gelten, seien schon früh von mobilen Impfteams angefahren worden, erklärte Vorstand Jörg Huber. Weiß will mit den Verantwortlichen Gespräche führen und die Hintergründe erfragen. Inzwischen seien alle Bewohner und Mitarbeiterinnen geimpft, die nicht erkrankt waren, ergänzte Gudrun Dieterle von der Einrichtungsleitung.

Einzelne Erkrankte werden noch im Krankenhaus behandelt

Laut Dieterle seien die meisten Bewohner zwischenzeitlich aus der persönlicher Quarantäne entlassen worden und gelten als genesen. Nach wie vor würden allerdings einzelne Erkrankte noch im Krankenhaus behandelt. Auch seien noch nicht alle Mitarbeiter wieder im Dienst. Personelle Unterstützung habe es aber aus anderen Häusern der Johannes-Diakonie gegeben.

Zurückgewiesen wurde die Kritik von Mitarbeitern und Angehörigen, die sie gegenüber der Badischen Zeitung geäußert haben, dass die notwendigen Schutzmaßnahmen nicht eingehalten worden seien. Angesichts des herausragenden Einsatzes in dieser stark belastenden Situation sei es ein weiterer Schlag und koste viel Kraft, "wenn dann auch noch kolportiert wird, dass in dieser Situation nicht ausreichend Schutzausrichtung zur Verfügung stehen soll".

Viele Menschen haben ihre Solidarität bekundet

Silke Schott sagte im Namen der Mitarbeitervertretung, dass sie nach mehreren Gesprächen nicht erkennen könne, "dass an dieser Behauptung etwas dran ist". Der regionale Geschäftsführer Bernhard Meier-Hug ergänzte: "Was uns in den vergangenen Wochen Kraft zurückgegeben hat, ist die Tatsache, dass uns viele Menschen ihre Solidarität bekundet haben." Peter Weiß erkundigte sich auch nach der Situation in den Lahrer Werkstätten. Meier-Hug berichten, dass die Beschäftigten seit Monaten in Kohorten – in sich geschlossene Arbeitsgruppen – und unter den entsprechenden Hygienebedingungen arbeiteten. Nach wie vor sei seien Auftrags- und Erlösrückgänge zu verzeichnen.

Peter Weiß berichtete von der aktuellen Verabredung im Bund, dass Werkstätten auch in diesem Jahr mit einer Ausgleichsabgabe bedacht werden, dass das Vergaberecht bei Auftragsvergaben an Werkstätten und Inklusionsunternehmen angepasst und dass im Arbeitsbereich der Werkstätten das Budget für Arbeit möglich werde.