Drogen im Gepäck

Die Reise von sechs jungen Baslern hatte einen folgenreichen Halt in Weil am Rhein

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 10. August 2020 um 10:46 Uhr

Weil am Rhein

Deutsche Zollbeamte stoppte das Wohnmobil der jungen Männer in Otterbach. Spürhund King fand bei ihnen rund 40 Gramm Marihuana sowie eine nicht zugelassene Feuerwerksbatterie.

Anders als geplant dürfte der Urlaub für sechs junge Schweizer im Alter zwischen 22 und 31 Jahren begonnen haben, als sie sich von Basel aus in einem Wohnmobil nach Norddeutschland aufgemacht hatten. Nur wenige Meter hinter der deutschen Grenze, am ehemaligen Gartenschaugelände in Weil am Rhein-Otterbach, hatte sich eine Kontrollstreife des Hauptzollamts Lörrach postiert und das Fahrzeug angehalten, schreibt das Hauptzollamt Lörrach in einer Pressemitteilung.

Der von den Zöllnern eingesetzte Passivspürhund King, der speziell zur Absuche am Menschen trainiert ist, zeigte beim Fahrer des Campers und einem der Mitfahrer, der einen Stoffbeutel bei sich hatte, eindeutig an. Er habe keinerlei Drogen dabei, gab der Fahrer an.

Marihuana im Kaffee versteckt

Beim Streifzug durch den Bus wurde King jedoch fündig: In seiner Sporttasche hatte der Mann in einem Plastikbeutelchen getrocknete Blüten und Blätter, dem Aussehen und Geruch nach Marihuana, in einer Tüte Kaffeebohnen versteckt. In der Stofftasche des Mitfahrers fanden die Beamten ebenfalls augenscheinlich Marihuana in einem kleinen Druckverschlussbeutel.

Danach händigte er den Beamten selbst ein Folienpäckchen aus, das er aus seiner Unterhose zog und in dem sich ebenfalls mehrere kleine gefüllte Druckverschlussbeutel befanden. Insgesamt waren nach angaben des Zolls vermutlich ihm und dem Fahrer jeweils 20 Gramm der Drogen zuzuordnen.

Mit drei Strafverfahren ging die Fahrt weiter

Zu guter Letzt stießen die Beamten bei ihrer Durchsuchung des Wohnmobils auf zwei Feuerwerksbatterien, die einem weiteren Mitfahrer zugeordnet werden konnten. Die Feuerwerke wiesen nicht die erforderliche CE-Kennzeichnung auf, womit davon auszugehen war, dass sie nicht den Sicherheitsstandards der EU entsprachen. Die Einfuhr wäre nur mit einer behördlichen Erlaubnis möglich gewesen.

Davon ausgehend, dass das vermeintliche Schmuggelgut den drei Männern zugeordnet werden konnte, wurde wegen des Verdachts eines Rechtsverstoßes – in zwei Fällen gegen das Betäubungsmittelgesetz, in einem Fall gegen das Sprengstoffgesetz – gegen jeden der drei ein Strafverfahren eingeleitet, schreibt der Zoll. Nach Zahlung einer Sicherheit, Sicherstellung der Feuerwerksartikel sowie Beschlagnahme der verdächtigen Substanzen konnten die Männer ihre Fahrt fortsetzen.