Südbadens schönste E-Bike-Touren

Die sportliche Tour: Radeln durchs nördliche Markgräflerland

Silke Kohlmann

Von Silke Kohlmann

Mi, 29. September 2021 um 17:59 Uhr

Südwest

Von Ballrechten-Dottingen vorbei an den Vorbergen des südlichen Schwarzwalds und durch das Markgräflerland nach Freiburg: Diese E-Bike-Tour ist eine recht sportliche – vor allem der Rückweg birgt kräftige Anstiege.

ACHTUNG UMLEITUNG

Wegen der Baustelle und Vollsperrung in Bollschweil müssen Radfahrerinnen und Radfahrer gerade eine kleine Umleitung in Kauf nehmen:
Vom Ortsausgang Wittnau folgen Sie zunächst der Weinbergstraße nach Osten, queren eine kleine Senke und biegen die Alemannenstraße rechts ein, um nach wenigen Metern links in den Wasenacker abzuzweigen. Dort findet sich nach 30 Metern ein Wirtschaftsweg, der Sie rechtsabbiegend durch die Feldflur an den begleitenden Radweg zur L 122 in Richtung Sölden führt. Diesem Radweg folgen Sie durch Sölden bis an den Ortseingang von Bollschweil und die dortige Straßenbaustelle. Hier müssen Sie vom Rad absteigen und schieben. Nach der Baustelle beginnt auf der Höhe der Marie-Luise-Kaschnitz-Schule linksseitig erneut ein straßenbegleitender Radweg, dem Sie bis zur Kreuzung des Bettlerpfades mit der L 122 im Gütighofen folgen können. Ab hier ohne Beeinträchtigungen weiter auf der ausgewiesenen Route. Die Sperrung dauert vermutlich bis Ende November 2021.
Den GPS-Track mit Umleitung finden Sie hier: https://www.touren-schwarzwald.info

Ganz entspannt und fern von Autos mit dem E-Bike nach Freiburg radeln, durch die Altstadt bummeln – und dann auf anspruchsvoller Strecke zurück ins Markgräflerland strampeln. Wäre das nicht mal eine Idee?

Wir beginnen unsere Tour am Rathaus von Dottingen. Hier weisen uns Schilder (weiß mit grünem Fahrrad) schon den Weg nach Staufen – die Neue Kirchstraße hinauf, über die L125 und an der Castellberghalle links in die Franz-Heß-Straße. Nach dem Anstieg wird es erstmal gemütlich: Wir radeln auf ebener Strecke von Ort zu Ort. Zunächst erreichen wir Ballrechten, biegen dort rechts in die Weinstraße ein, die uns nach dem Ortsende einen herrlichen Ausblick beschert: auf die Staufener Burg – wie eingerahmt vom Grün der Bäume am Wegesrand.


Wir fahren kurz an der Landesstraße entlang, biegen aber bald rechts nach Grunern ab. Zwischen Gärten voller Blüten geht es durch die Dorfstraße. An der Straße "Im Steiner" heißt es links und gleich wieder rechts. Schnurstracks haben wir Staufen erreicht. Hier lotsen uns die Schilder in die Altstadt. Langsam lassen wir das Rad durch die Fußgängerzone rollen und erreichen die Hauptstraße. Über uns thront mächtig die Burg, wir umradeln den Burgberg an der westlichen Flanke.

Vorbei am Winzerhof Kerber geht es Ehrenstetten entgegen. Am Wegweiser gut Acht geben: Rechts abbiegen und sofort links einscheren. Nun ragt hinter Mais und Reben der Zwiebelturm der Wallfahrtskirche Kirchhofen auf. Wir lassen uns von Smartphone oder Wegweisern durch Ehrenstetten lotsen, bis uns der Eisbrunnenweg nach Kirchhofen bringt. An der Kirche vorbei schlagen wir den Weg nach Pfaffenweiler ein, rauschen dann auf geteerter Strecke gen Ebringen. Vor dem Ort teilt sich der Radweg, wir wählen die östliche Variante, durchqueren das hübsche Dorf und radeln mit schöner Sicht durch die Weinberge nach Freiburg-St. Georgen. Am Dorfbach angelangt, müssen wir für ein paar Meter unser Rad schieben: Zu eng ist der Weg – aber idyllisch der Blick auf den Wasserlauf. Bald erreichen wir die Andreas-Hofer-Straße in Richtung City. Einen Abstecher aber machen wir noch: Wir biegen rechts auf die Innsbrucker Straße, dann links in die Vaubanallee. Vorbei an den begrünten Fassaden des Ökostadtteils erreichen wir die Merzhauser Straße und rollen neben dem Autoverkehr über die Kronenstraße in die Innenstadt. Rund um die Uni gibt es viele Möglichkeiten, das Fahrrad anzuschließen. So steht einem ausgeruhten Stadtbummel nichts mehr im Weg. Aber Vorsicht: nicht zu viel schlemmen. Der Rückweg ins Markgräflerland hat es in sich!

Der Rückweg führt über den Bettlerpfad

Wir starten dafür an der Kronenbrücke, wählen nun die Goethestraße und fahren unter herrlichen Kastanien und vorbei an alten Villen durch die Wiehre. Rechts in die Lorettostraße eingebogen erreichen wir die Schlierbergstraße: Hier müssen wir zum ersten Mal kräftig in die Pedale treten. Haben wir den Lorettoberg erst einmal erobert, führt der Weg eben an seinem Westhang entlang. In Merzhausen wechseln wir die Talseite, durch die Ortsmitte geht es auf den Schönberg. Bald weicht die geteerte Straße einem Schotterweg.

Hier haben wir den Bettlerpfad erreicht, eigentlich ein Wanderweg. Da er breit und gut ausgebaut ist, dürfen wir ihn auch mit dem Rad befahren. Aber es wird hier technisch durchaus anspruchsvoll. Wir müssen auf kiesigem Grund aufpassen, dass uns das Rad in der Kurve nicht ausbricht.
"Die Strecke verläuft auf der Hauptverwerfungslinie des Rheingrabenbruchs." Thomas Coch
Landschaftlich jedoch ist die Strecke so reizvoll, dass es sich lohnt, die wilderen Passagen und Anstiege auf sich zu nehmen. Einst reisten Bettler und Handwerker hier: "Wegen der vielen Kirchen und Klöster an der Strecke konnten sie sicher sein, Herberge und Almosen zu erhalten", erklärt Thomas Coch, Chef der Tourist-Information Münstertal.

Als Radfahrer genießen wir auf dem Bettlerpfad einen erfrischenden Wechsel zwischen kühlen Waldpassagen, aussichtsreichen Höhen und sonnigen Tallagen. "Die Strecke verläuft auf der Hauptverwerfungslinie des Rheingrabenbruchs", erklärt Coch, also der Lücke zwischen dem Schwarzwald sowie Schönberg, Fohrenberg und Castellberg. Weil sich die Vorberge geologisch vom Schwarzwald unterscheiden, erleben wir unterschiedliche Landschaftstypen. Zunächst radeln wir an den Weiden des Schönbergs entlang, während der Blick bis zum Schauinsland reicht.

Nur auf den breiten Wegen darf man mit dem Rad fahren

Dann heißt es Kraftreserven mobilisieren: Vor Wittnau geht es ordentlich bergauf. Gut, dass wir das E-Bike haben – und dass kurz vor Bollschweil bei der Schäferei Engist ein Rastplatz auf uns wartet: Wer ein paar Münzen in die Kasse wirft, kann kühle Getränke und allerlei Hofprodukte erstehen. Wir folgen dem Bettlerpfad an den Fuß des Ölbergs, durchqueren dort das Hexental und genießen einen wunderbaren Blick auf die Ölbergkapelle. Am Waldrand wechseln wir rechts auf einen Forstweg, die schmalen Wegpartien dürfen wir mit dem Rad nicht nehmen. Wir fahren am Waldrand entlang, müssen ein paar Meter durch dichten Bewuchs schieben und erreichen nahe der Schopbachhütte wieder den Bettlerpfad. Ein Wiesenweg bringt uns zur Lourdes-Grotte. Wir passieren auf einer Holzbrücke den Ahbach und müssen das Rad ein paar Stufen hinauftragen. Am Ehrenstetter Grund aber wartet eine angenehme Abfahrt nach Westen auf uns. Doch aufgepasst, schnell biegen wir links in den Wald ab. Nun geht es auf Forstwegen bis zum St. Gotthardhof – Ausblicke bis zum Tuniberg inklusive.

Während wir nach Staufen radeln, erhebt sich die Burgruine rechts von uns. Über die Bötzenstraße gelangen wir in die Altstadt, folgen der Albert-Hugard-Straße nach Süden. Nach dem Alemannenbad geht es links über den Neumagen und am Campingplatz vorbei in die Felder. Immer wieder berührt die Route unseren Hinweg, in Grunern aber biegen wir links in die Storchenstraße. Geradewegs erobern wir den Fohrenberg, der Anstieg hat es nochmal in sich. Aber Erholung naht: Auf der Kuppe warten eine traumhafte Aussicht und in Probst’s Strauße badische Gerichte auf uns. Jetzt ist es nicht mehr weit: Im Rücken den Fohrenberg sausen wir hinunter nach Dottingen. Geschafft!
Die sportliche Tour auf einen Blick

Dauer: 4 h
Strecke: 52 km
Schwierigkeit: mittel
Höhenmeter: 507 m
Start/Ziel der Rundtour: Rathaus Ballrechten-Dottingen. Einstieg in die Tour auch in Staufen, Ehrenkirchen oder Bollschweil möglich. Die Freiburger radeln die Tour einfach anders herum – erst Richtung Dottingen, dann zurück.
Wow: Gemütlich zum Stadtbummel nach Freiburg radeln und auf schattigen Waldwegen zurück ins Markgräflerland – wunderbare Weitblicke.
Charakter: Auf sonnigen Radwegen geht es meist eben nach Freiburg. Der anspruchsvolle Rückweg auf dem Bettlerpfad birgt kräftige Steigungen und erfordert auf Schotter- und Wiesenwegen Geschick. Bei Nässe eher nicht fahren.
Essen & Trinken:
In den Dörfern und in Staufen und Freiburg sind die Einkehrmöglichkeiten groß. Ist der anstrengendste Teil der Tour geschafft, genießt man in Probst’s Strauße eine traumhafte Aussicht und badische Küche. Probst’s Strauße, Schleifsteinhof 2, 79219 Staufen im Breisgau, http://www.schleifsteinhof.de
Variante: Rund um den Ehrenstetter Grund ist die Tour besonders anspruchsvoll und das Rad muss eine Treppe hinaufgetragen werden. Wer diesen Abschnitt umgehen will, kann nach Gütighofen rechts den Radweg nach Staufen nehmen.
Ladestationen: mehr.bz/ladestationen
Anfahrt: ÖPNV: Züge zum Beispiel nach Staufen. Pkw: Wenige Parkplätze am Rathaus Dottingen, alternativ am Schladererplatz Staufen starten (Plätze teils gratis).
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