Naturalie

Die Wacholderbeere ist herb und bittersüß

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 19. Dezember 2020 um 15:49 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Sie sind der klassische Begleiter von lange gegartem Fleisch und – das wird gern vergessen – Sauerkraut: Wacholderbeeren. Bei der Dosierung muss man aber achtsam sein.

Wacholderbeeren geben deftigem Essen nicht nur eine würzig-herbe Note, sondern sie sorgen auch dafür, dass das Mahl nicht den berühmten Mühlsteincharakter annimmt und einem entsprechend schwer im Magen liegt. Aber wie so oft mit den guten Dingen: Vorsicht mit der Dosierung.

Die Beeren, genau genommen sind es Zapfen in der Form von Beeren, sind schwach giftig. Gegen eine moderate Verwendung spricht jedoch nichts. Die Hauptwirkstoffe in Wacholder sind ätherische Öle. Diese wirken unter anderem harntreibend, Wacholder wird in der Volksmedizin daher gerne als Mittel bei Harnwegsinfekten oder gegen Gicht und Rheuma eingesetzt.
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Auch gegen Bronchitis sollen die herb-bittersüßen Beeren helfen. Ein Tee aus ihnen soll den Blutdruck erhöhen, weil er die Durchblutung anregt. Vor einigen tausend Jahren schätzten bereits die Ägypter ein Mundwasser mit den leicht entzündungshemmend wirkenden Beeren. Deren intensiv blau-schwarze Farbe ist übrigens ein Indikator für sogenannte Flavonoide.

Diese sekundären Pflanzenstoffe schützen unsere Zellen vor Schäden. Von den enthaltenen Gerbstoffen profitieren Magen und Darm: Die Verdauung wird angeregt. Wacholderbeeren bilden zudem die Basis für eine Schnapskategorie, in der zum Beispiel Gin, Genever oder Steinhäger populär geworden sind.