Millionenprojekt

Die Wiese soll am Unterlauf in Basel von 2025 an revitalisiert werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 11. Mai 2022 um 05:07 Uhr

Basel

Der Unterlauf des Flüsschens Wiese bei den Langen Erlen in Basel gleicht eher einem Kanal als einem naturnahen Fluss. Das wird von 2025 an für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geändert.

Der Fluss die Wiese soll innerhalb der Langen Erlen lebendiger und naturnaher werden und sich zwischen dem Tierpark Lange Erlen und der deutschen Grenze innerhalb seiner Dämme frei bewegen können. Die Pläne, die eine lange Vorgeschichte haben, sind schon weit gediehen. Aus diesem Grund lädt der Kanton Basel-Stadt interessierte Besucherinnen und Besucher des Landschaftsparks Wiese aus dem In- und Ausland ein, Teil der Revitalisierung zu sein. Unter wiesevital.info erhalten sie Hintergrundinformationen zum Projekt und haben bis zum Herbst die Gelegenheit, eigene Anregungen und Wünsche einzubringen.

Ufer ist ein wichtiger Naherholungsraum

Das Wieseufer ist ein wichtiger Naherholungsraum für die rund 280.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Basel, der Gemeinde Riehen und weiterer umliegender Städte und Gemeinden in Deutschland. Vom Tierpark Lange Erlen bis zur deutschen Grenze verläuft der Fluss heute begradigt zwischen zwei Dämmen in einem künstlichen Flussbett gesäumt von Uferwiesen. Mit dem Projekt "Wiese-Vital" plant der Kanton Basel-Stadt die Revitalisierung des Flusses im Landschaftspark Wiese in Absprache mit den Industriellen Werken Basel (IWB), der Wasserversorgung des südlichen Markgräflerlands, den Gemeinden Riehen, Lörrach und Weil am Rhein sowie den Naturschutzverbänden.

Variantenentscheidung steht noch aus

Anstelle des monotonen Flussbetts soll für geschätzt 45 Millionen Franken (+/-20%), wozu je nach Variante noch einmal Mehrkosten von etwa 15 Millionen Franken kommen könnten – die Entscheidung zwischen den Varianten ist noch nicht gefallen –, ein vielfältiger Lebensraum entstehen, der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten am und im Wasser ein besseres Zuhause bietet. Gefährdete Fischarten wie Äsche, Nase, Lachs und Barbe sollen neue Laichplätze erreichen können. Durch die Vernetzung mit dem Umland erhalten Amphibien und Reptilien neue Lebensräume.

Die Uferwiesen und die Schwellen innerhalb der Dämme werden entfernt, damit der Fluss frei mäandern kann. Die Trampelpfade, die sich heute durch die Uferwiesen ziehen, werden ohne die Wiesen nicht mehr verfügbar sein. Für Besucherinnen und Besucher des Landschaftsparks sind in der Böschung an einzelnen Stellen Sitzanlagen vorgesehen.

Trinkwassergebiet soll besser geschützt werden

Um das Trinkwasser, das in den Langen Erlen gewonnen wird, vor Verunreinigungen vor allem bei Hochwasser besser zu schützen, wird die Durchlässigkeit des Flussbetts reduziert. Zurzeit klärt das Tiefbauamt auch ab, ob die Dämme an einzelnen Stellen geöffnet werden können. Die Lebensräume des Landschaftsparks würden so stärker miteinander verbunden und Tiere könnten besser an die Wiese gelangen. Der Kanton wird das Vorprojekt unter Federführung des Bau- und Verkehrsdepartements nun gemeinsam mit allen Partnern fertigstellen.

Die Bauarbeiten starten frühestens im Jahr 2025. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Etappen während rund zehn Jahren. Grund für die die Etappierung sind unter anderem die Fischschonzeit und der Grundsatz, dass der Landschaftspark während der Bauarbeiten weitgehend nutzbar bleiben soll.

Informationen gibt der Rangerdienst im Landschaftspark Wiese, der täglich im Park unterwegs ist und jeden Donnerstag zwischen 11 und 12 Uhr beim Restaurant "Schliessi" für Fragen zur Verfügung steht oder auch unter: http://www.wiesevital.info