Internationale Schule

Diese Freiburgerin geht für zwei Collegejahre ans UWC in Tansania

Julia Littmann

Von Julia Littmann

Di, 13. August 2019 um 12:03 Uhr

Freiburg

Ursprünglich wollte sie nach Armenien, jetzt kommt sie nach Tansania. Die 17-jährige Nina Hunn hat sich für zwei Collegejahre an einem UWC-College beworben. Worauf sich die Freiburgerin freut.

Angekreuzt hatte sie als Wunschziel Armenien – nun bricht Nina Hunn für zwei Jahre nach Afrika auf. Die 17-jährige Freiburgerin hatte sich vergangenen Herbst für die zwei Collegejahre an einem der weltweit 18 UWC-Colleges beworben. Ausgewählt wurde sie als eine der hundert "Pionier"-Schülerinnen und Schülern am neuen UWC-College in Tansania, genauer in Moshi, nahe dem Kilimandscharo, und sie freut sich riesig.

Angefangen hat Nina Hunns Interesse an der UWC-Idee vor drei Jahren in Freiburg. Um ihr Englisch zu verbessern machte die Schülerin des St. Ursula Gymnasiums ein Praktikum am Robert-Bosch-College oberhalb der Kartäuserstraße – und fühlte sich dort auf Anhieb willkommen. Und sie befreundete sich mit einer der Schülerinnen, Anushka, aus einer indischen Familie, die in Schweden zuhause ist. Für sie wurden die Hunns Gastfamilie beim UWC – eine Verbindung, die während Anushkas zwei Collegejahren bestehen blieb – und das UWC für Nina Hunn immer vertrauter werden ließ.

Ihre Familie in Freiburg beherbergt UWC-Schüler

Das Schulkonzept, das auf friedliches Zusammenleben und Internationalität setzt, und das Demokratie, Gerechtigkeit und Umweltschutz lebt und fördert, gefiel ihr sehr. Da lag es nahe, dass sie sich selbst auch um einen Platz an einem UWC-College bewarb. Auf ihre schriftliche Bewerbung hin wurde sie mit hundert anderen Bewerbern eingeladen zu einem Auswahlwochenende mit Interviews und Gruppendiskussion.

"Ich hatte gehofft, dass ich überhaupt genommen werde – und dass ich nicht unbedingt fürs Freiburger College ausgewählt werde", erzählt Nina Hunn, "aber dann dachte ich, warum eigentlich nicht auch Freiburg?" Schließlich hatte sie immer wieder diese internationale und bunte UWC-Welt auf dem Freiburger Campus erlebt – und war jedes Mal so tief in eine andere Umgebung eingetaucht, dass ihr "ihr" Freiburg ewig weit weg vorkam.

"Da ist nun wirklich alles anders und neu für mich!" Nina Hunn
Dass sie dann aber für das jüngste UWC-College ausgewählt wurde, das erst dieser Tage in Tansania seinen Betrieb aufnimmt, habe sie doch speziell glücklich gemacht: "Da ist nun wirklich alles anders und neu für mich!" Das UWC-College in Moshi sattelt auf eine traditionsreiche internationale Schule auf, die seit 50 Jahren besteht – und nun um das College ergänzt wird. Nach zwei Jahren kann Nina Hunn dort das internationale Abitur machen, das weltweit anerkannt wird.

"Ich hoffe, dass ich in zwei Jahren sagen werde, dass es meine bislang beste Entscheidung war, mich fürs UWC zu bewerben", wünscht sich Nina Hunn – und findet, alles deutet darauf hin, dass es so sein wird. Die Begegnung mit Menschen von überall her, das Gespräch, die Diskussion, auch die eigene Meinung zu vertreten: Das alles liegt ihr sehr. Traurig über den Abschied von der Familie, von Freiburg? Schon, sagt sie, "aber ich bin nicht so der Heimweh-Typ." Allerdings bedauert sie, dass sie den neuen UWC-Schüler nicht treffen wird, den ihre Familie ab Oktober begleitet. Dann nämlich ist sie längst in Moshi – ohne ihre Gitarre, dafür aber mit ihrem Tennisschläger: Schwerpunkt am UWC-Moshi ist nicht Musik, sondern Sport, und Nina Hunn kann – offen und beweglich – zum Glück beides.
Gasteltern und Gastfamilien für die UWC-Schüler des Robert-Bosch-College in Freiburg können sich beim UWC melden. Alle Infos auf der Webseite des College unter der Rubrik "Mitmachen" beim Stichwort Gastfamilienprogramm auf http://www.uwcrobertboschcollege.de