Efringen-Kirchen

Schwelbrand an einem Brennofen im Kalkwerk Istein

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Mo, 10. August 2020 um 13:48 Uhr

Efringen-Kirchen

Im Kalkwerk Istein hat es am frühen Montag gebrannt. Der Schwelbrand entstand im Abluftfilter eines Brennofens. Der Brand wurde von der Feuerwehr kontrolliert, bis er erlosch.

Im Kalkwerk Istein hat es am frühen Montag gebrannt. Wie der Pressesprecher des Mutterunternehmens Lhoist, Christian Zöller, mitteilt, war der Schwelbrand gegen 0.30 Uhr im Abluftfilter eines Brennofens entstanden. Die Freiwillige Feuerwehr konnte den Brand unter Kontrolle bringen. Menschen wurden nicht verletzt, so Zöller, die Behörden seien informiert worden. Nach der Ursache werde geforscht.

Die Polizei, die ebenfalls in der Nacht vor Ort war, geht von einer technischen Ursache des Brands aus. Gesamtfeuerwehrkommandant Philipp Haberstroh, der den Einsatz in der Nacht leitete, hält gegenüber der BZ fest, dass für die Bevölkerung zu keiner Zeit eine Gefahr bestand. Alarmiert worden war die Wehr gegen 0.45 Uhr von einem Anwohner, der Brandgeruch wahrgenommen hatte. Die erste Vermutung war, schildert Haberstroh, dass am Bahnhof Istein Unrat brenne. Abteilungskommandant Alexander Rabus und Gruppenführer Stefan Krause hätten den Brandherd aber schnell in einem Abluftfilter des Werks lokalisieren können.

Der Filter wurde von der Feuerwehr mit Wasser gekühlt, die Luftzufuhr unterbrochen

Zur Unterstützung der Kräfte mit Atemschutzgeräteträgern wurde die Abteilung Efringen-Kirchen mit den Gruppenführern Manuel Osswald und Hans-Peter Walter, später die Abteilung Kleinkems mit Kommandant Steffen Heitzler hinzugezogen. Das Team der Atemschutzwerkstatt habe für den Nachschub an Atemschutzgeräten gesorgt – 16 davon seien beim Einsatz verbraucht worden, berichtet Haberstroh. "Der Filter wurde von außen mit circa 1100 Litern Wasser pro Minute gekühlt, um zu verhindern, dass die Stahlbauteile aufweichen und die Anlage zusammenbricht", schildert er das Vorgehen der Wehr. Zudem wurde die Luftzufuhr unterbrochen. So sei der Brand im Filter schließlich erstickt. Nach rund vier Stunden Kühlen habe das Filtersilo geöffnet werden können, um die glimmenden Überreste mit Wasser abzulöschen. Dafür sei Wasser aus dem Betriebsteich genommen worden, um Trinkwasser zu sparen.

Feuerwehrkommandant sieht Ortskenntnis der Feuerwehrleute als großen Vorteil

Vor Ort war in der Nacht auch Werksleiter Oliver Arts, der die nötigen Arbeiten der Kalkwerkmitarbeiter koordinierte, wie Haberstroh hervorhebt, der es als großen Vorteil sieht, dass viele Mitarbeiter des Kalkwerks in der Feuerwehr sind und über Ortskenntnis sowie Fachwissen verfügen. Das habe zum Einsatzerfolg beigetragen. Für Haberstroh zeigte sich dabei auch "eine Stärke unserer Feuerwehrstruktur mit Abteilungen in allen Ortsteilen".

Brand hat keine größeren Auswirkungen auf das Werk

Erschwert wurde der Einsatz für die Einsatzkräfte, weil sie zur Corona-Vorsorge ständig einen Mund-Nasen-Schutz tragen mussten, wie Haberstroh anmerkt. Insgesamt waren circa 40 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen bis morgens um 6 Uhr im Einsatz.

Wie Lhoist-Sprecher Zöller auf BZ-Nachfrage mitteilt, war ein Stillstand der Anlage zur Wartung heute ohnehin vorgesehen. Größere Auswirkungen des Brands für das Werk seien nicht zu erwarten.