Winterwandern

Ein Fall von Einsamkeit: Das macht diese Tour bei Todtnau so besonders

Silke Kohlmann

Von Silke Kohlmann

So, 03. Januar 2021 um 07:00 Uhr

Todtnau

Der Sonntag Eine Winterwanderung zum Fahler Wasserfall ist ein bezauberndes Erlebnis – auch für Familien. Warum sich aber zeitiges Aufstehen dafür lohnt.

Es muss bei Schnee nicht immer der Schlittenhang oder die Skipiste sein: Auch Winterwandern ist mit Kindern schön – und Abstandhalten dabei eigentlich ganz einfach.
Hinweis: Aufgrund des Andrangs im Schwarzwald, kann auch die geschilderte Wanderung zeitweise stark frequentiert sein. Sie ist je nach Wetterlage und Coronaverordnungen auch in einigen Wochen noch möglich ;-)

Während die meisten Menschen noch schlafen oder gemütlich beim Frühstück sitzen, stehen wir schon mitten im Schnee. Die Hagebutten am Wegrand tragen kleine weiße Hütchen, vom Flüsschen Wiese dringt ein kräftiges Rauschen zu uns herauf und wir wandern dem Fahler Wasserfall entgegen.

Wir stapfen durch verschneite Wiesen

Gestartet sind wir im Todtnauer Ortsteil Brandenberg gegenüber des Gasthauses Hirschen. Ein paar Meter geht es den Rotwiesenweg hinauf, dann biegt der Wanderweg rechts in Richtung des Wasserfalls ab. Zunächst stapfen wir durch verschneite Wiesen, erreichen dann einen breiteren Weg, der uns hinein in den Wald führt.

Mächtige Felsen ragen bald neben uns auf – und die beherbergen zu dieser Jahreszeit ein wunderschönes Naturschauspiel: Eiszapfen in allen Formen und Größen zieren die Wände aus Stein. Mal sind es riesige Einzelstücke, mal reihen sich kleinere Zapfen wie Orgelpfeifen aneinander. Moos und Flechten runden das Gesamtkunstwerk ab. So schön, dass wir lange verweilen und schauen.

Filigrane Gebilde aus Eis

Irgendwann aber ziehen wir weiter, der Weg führt nun leicht bergab und hinunter an die Wiese. Auch im Flussbett gibt es viel zu entdecken. Wo die Bäume ihre Zweige ins Wasser hängen, haben sich filigrane Gebilde aus Eis geformt. Am Ufer führt der Weg weiter nach Fahl. Vor uns ragt nun der Feldbergturm in die Höhe – so nah sind wir dem Höchsten des Schwarzwalds hier.

Am Ortseingang von Fahl treffen wir wieder auf die Beschilderung zum Wasserfall, nun steigen wir erneut hinauf in den Winterwald. Die Zweige neigen sich unter der weißen Last tief über den Weg. Was für ein Spaß für die Kinder, immer mal wieder kräftig an ihnen zu schütteln und im Schneegestöber zu stehen!

Ob wir wohl eine Gämse entdecken?

Ein Schild am Wegrand macht uns darauf aufmerksam, dass es sich auch lohnen kann, an dieser Stelle ganz leise zu sein und den Blick auf den Hang zu richten. Gämsen sind hier im Wald zuhause. Sie erspähen wir leider nicht, aber langsam dringt ein kräftiges Rauschen an unser Ohr. Wir haben die erste Kaskade des Wasserfalls erreicht. Eine Brücke führt über sie hinweg, wir sind den hinabstürzenden Fluten ganz nah. Es ist der Rotenbach, der so ungestüm dem Tal zustrebt, die Kraft des Wassers hat die Oberhand. Am Felsen nebenan hat schon die Kälte den Bachlauf in ihrem eisigen Griff und hat aus dem sanften Rieseln überdimensionale Eiszapfen gebildet.
Tipps für weitere Winterwanderungen: http://mehr.bz/xlll

In Serpentinen steigen wir den Berghang weiter hinauf und gelangen an immer neue Stellen, an denen das Wasser den Berg hinab schießt – mal senkrecht, mal über Felsstufen brausend und zischend. Vorsichtig gehen wir weiter, denn immer wieder queren wir auf Metallbrücken den reißenden Bach und können seinen Lauf über viele Stufen hinweg beobachten.

Während unsere Augen hierhin und dorthin wandern, müssen wir aber auch auf unsere Füße achtgeben: Eis und Schnee machen den Untergrund oft glatt und gefährlich. Und das gilt auch für den ersten Teil des Rückwegs: Oberhalb des Wasserfalls erreichen wir einen weiteren Wanderweg, der nach Fahl und Brandenberg führt. Zunächst ist der Waldpfad noch rutschig von Eis, wird bald aber flacher und bringt uns zurück auf den Weg, den wir schon vom Aufstieg kennen.
Fahler Wasserfall

Tour: 5,2 Kilometer, 160 Höhenmeter. Lieber kürzer? In Fahl startet auch ein Rundweg von 2,7 Kilometern zum Wasserfall und zurück.
Wichtig: Gutes und festes Schuhwerk! Trittsicherheit nötig, nicht kinderwagentauglich. Es kann stellenweise glatt sein.
Anfahrt: Von Freiburg aus die B31 Richtung Titisee-Neustadt fahren, Ausfahrt Richtung Oberried nehmen und der L 126 bis Todtnau folgen, dort links abbiegen auf B 317 in Richtung Feldberg bis nach Brandenberg.
Parken: An der Passstraße in Brandenberg gegenüber vom Gasthaus Hirschen. Im Verlauf der Straße gibt es immer wieder öffentliche Parkplätze. Bitte nicht auf Privatgrundstücken parken!
Karte und mehr: http://mehr.bz/wiff