Ein kleiner Baustein zum sozialen Frieden im Nordirak

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 15. Januar 2021

Kenzingen

Jesidinnen, Christinnen und Musliminnen lernen gemeinsam im Nähatelier von Zarok und Partnern im Flüchtlingslager Sheikhan.

(BZ). Bereits zum vierten Mal bilden der Kenzinger Verein Zarok und Khaima, ein Verein in der Schweiz, der sich die Förderung von Selbsthilfe rund um das Krisengebiet Syrien zum Ziel gesetzt hat, geflüchtete Witwen in nordirakischen Flüchtlingslagern zu Schneiderinnen aus. Nach den Nähateliers 2018 in Quadya und Berceive, 2019 in Sharya und Khanke sowie 2020 im Camp Kaberto folgt nun im Januar 2021 die Ausbildung von Schneiderinnen unter Pandemiebedingungen in Sheikhan.

Zehn jesidische Witwen wurden von der lokalen Partnerorganisation Voice of older people and family ausgesucht, um an den Nähausbildungen im Flüchtlingscamp Sheikhan im Nordirak teilzunehmen. Kriterien der Auswahl waren die Anzahl der Kinder, die Bedürftigkeit sowie das Interesse und die Bereitschaft, das Schneiderinnenhandwerk zu erlernen und sich mit den erworbenen Fähigkeiten selbständig am Arbeitsmarkt zu behaupten.

Neu ist, dass weitere bedürftige Frauen aus dem nahegelegenen Ort die Möglichkeit erhalten, mit den geflüchteten Jesidinnen gemeinsam ausgebildet zu werden. Fünf Musliminnen und fünf Christinnen aus der gastgebenden Gemeinde Sheikhan komplettieren die Gruppe.

"Die deutsch-schweizerischen Kooperationspartnerinnen folgten hier gern dem Vorschlag der lokalen Organisation, mit diesem Vorgehen einen kleinen Beitrag zum sozialen Frieden im Nordirak zu leisten", betont Zarok in einer Pressemitteilung. Die gemeinsame Ausbildung sei eine gute Möglichkeit, das Gegenüber kennen zu lernen, besser zu verstehen und möglichen Vorurteilen religiöser Gruppen entgegen zu wirken. Die jesidischen Witwen leben zum größten Teil bereits seit Herbst 2014 im Camp Sheikhan, eine Rückkehr in ihre ursprünglichen Siedlungsgebiete im Sindjargebirge ist Zarok zufolge nicht abzusehen.

Das Projekt umfasst zwei 20-tägige Nähschulungen. Jeder Kurs wird aufgrund der Pandemiebedingungen in zwei Kleingruppen geteilt.

Neben der handwerklichen Ausbildung werden die Frauen lernen, ihre Produkte im Anschluss bestmöglich zu vermarkten. Zum Kursabschluss erhalten die
Schneiderinnen die Maschinen, Stoffe, Nadeln, Bügelbretter und Generatoren. Die lokale Organisation begleitet die Frauen nach der Ausbildung und überwacht, dass die Maschinen tatsächlich zum Lebensunterhalt verwendet und keinesfalls verkauft werden.

Khaima setzt für das Projekt 16 900 Dollar ein, Zarok beteiligt sich mit 7000 Dollar an den Gesamtkosten.

Spenden, die Zarok ermöglichen, diese Arbeit fortzusetzen, sind möglich auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Freiburg DE48 6805 0101 0013 0691 55.


Mehr Informationen auch unter http://www.zarok.de