Ergebnis der IHK-Umfrage

Ein wenig Zuversicht in Südbadens Wirtschaft

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Di, 18. Februar 2020 um 19:34 Uhr

Wirtschaft

Die Unternehmen aus der Region blicken wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China trägt maßgeblich dazu bei.

Die Geschäftserwartungen der Wirtschaft in Südbaden sind zum Jahresbeginn 2020 im Vergleich zum Herbst des Vorjahres wieder etwas gestiegen. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein unter ihren Mitgliedsunternehmen. Der Konjunkturklimaindex, der aus den Rückmeldungen der befragten Betriebe für die Region errechnet wird, liegt nun mit 122 Punkten immerhin neun Punkte höher als noch im Herbst. Damals war der Index auf 113 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012 gefallen.
"Wir können drei Kreuze machen, dass sogar bei der Industrie, die am stärksten von der Konjunkturabschwächung betroffen war, glücklicherweise die Auftragseingänge insgesamt wieder etwas angezogen haben." IHK-Präsident Steffen Auer
"Wir können drei Kreuze machen, dass sogar bei der Industrie, die am stärksten von der Konjunkturabschwächung betroffen war, glücklicherweise die Auftragseingänge insgesamt wieder etwas angezogen haben", sagte IHK-Präsident Steffen Auer bei der Vorstellung des neuen Konjunkturberichts am Dienstag. Dazu beigetragen habe auch die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Zudem seien bislang keine Strafzölle auf europäische Autoimporte verhängt worden, wie die amerikanische Regierung angedroht hatte.

"Dramatisch ist das bisher nicht." IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon
Von einer generellen Entwarnung und einer Rückkehr zum Wachstumspfad der vergangenen Jahre kann jedoch auch nicht die Rede sein. Zwar erscheint der Blick in die Zukunft den Unternehmen weniger düster als zuletzt. Die aktuelle Wirtschaftslage wird aber negativer bewertet als im Herbst. Der Index der Geschäftslage hat bereits das vierte Mal in Folge an Boden verloren. Im Vergleich zum Herbst ging er um drei Punkte zurück und steht nun bei 33 Punkten. 44 Prozent der Firmen stufen ihre derzeitige Geschäftslage als gut ein, 45 Prozent als befriedigend und elf Prozent als schlecht. "Dramatisch ist das bisher nicht", so IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon.

Alle Wirtschaftszweige einschließlich der Industrie blicken laut der Umfrage überwiegend optimistisch in die Zukunft – abgesehen von der Bauwirtschaft. "Aber dort ist die Lage weiterhin so außerordentlich gut, dass es eigentlich nur schlechter werden kann", kommentiert Steffen Auer dieses Ergebnis. Hinzu komme, dass die allgemeine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik sich demnächst bei den Investitionen der Unternehmen, speziell beim Gewerbebau, deutlicher bemerkbar machen könnte, so Auer. Dies fließe wohl in die Einschätzungen der Bauunternehmen mit ein.

Coronavirus beeinträchtigt auch Wirtschaft im Südwesten

Unsicherheit bereitet der Coronavirus. "Wie und in welchem Ausmaß sich das Coronavirus auf die Wirtschaft in Südbaden auswirkt, lässt sich kaum vorhersagen", sagt der IHK-Präsident. Probleme drohen seiner Ansicht nach von zwei Seiten. Zum einen könnten Lieferketten ins Stocken kommen, weil China wegen der dortigen Corona-Welle Vorprodukte nicht wie geplant bereitstellen könne. Zum anderen gehe mit großer Wahrscheinlichkeit der Absatz von Exporteuren in China zurück. Toni Schlegel, Gastronom aus Freiburg, weist darauf hin, dass schon jetzt das Ausbleiben von Touristen aus China im regionalen Gastgewerbe für Umsatzeinbußen sorge.