Beginn der Fastenzeit

Zwei Freiburger Theologen erklären den Stellenwert von Tierschutz in der Kirche

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Mi, 26. Februar 2020 um 16:14 Uhr

Südwest

BZ-Plus Im Advent kritisierten Tierschützerinnen im Freiburger Münster die Fleischeslust der Katholiken. Dompfarrer Neubrand und Moraltheologe Schockenhoff im Interview zu Tierschutz und Fastenzeit.

Am dritten Advent störten Tierschützerinnen einen Gottesdienst im Freiburger Münster. Ihr Vorwurf: Statt sich um ihre Mitgeschöpfe zu kümmern, würden die Gläubigen gerade in der Weihnachtszeit Braten um Braten schlemmen. Zum heutigen Beginn der Fastenzeit erörtern Dompfarrer Christoph Neubrand und der Theologieprofessor Eberhard Schockenhoff das Verhältnis der Kirche zum Tierschutz.
BZ: Im Alten Testament werden Tiere geopfert, Weihnachten gibt’s Gans, Ostern Lamm und wenn am Freitag auf Fleisch verzichtet werden soll, gibt's stattdessen Fisch. Hat die Kirche ein Fleischproblem?

Schockenhoff: Grundsätzlich gehören Tiere zur Schöpfung Gottes. Im ersten Schöpfungsbericht wird noch ein Unterschied gemacht zwischen der Erlaubnis, pflanzliche Nahrung zu essen – da wird ausdrücklich die Erlaubnis erteilt – und der, Tiere zu benutzen. Die gibt es erst nach dem Sündenfall. Als die Erzählung von der Sintflut das Anwachsen des Bösen dokumentiert, wird die Erlaubnis zur Tötung von Tieren zugestanden. Der Mensch hat die Erlaubnis, dass er für hochrangige Zwecke, also für eine ausreichende qualitätvolle Ernährung oder zu medizinischen Zwecken – also auch für Tierversuche –, auf das Leben der Tiere zurückgreift. Das aber nur in dem Maße, wie es auch erforderlich ist, und wenn er die Tiere dabei möglichst artgerecht behandelt. Die Formen der industriellen Fleischproduktion sind daher sehr kritisch zu betrachten. Aber eine regionale Tierhaltung, die einen artgemäßen Umgang mit den Tieren ermöglicht, würde unter dieses Verbot nicht fallen.

Neubrand: Sie haben so ganz selbstverständlich gesagt, an Ostern esse ...

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