Neuer Zusammenschluss

IG Obergrün will Bauprojekt in Freiburg-Betzenhausen verhindern

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 01. Dezember 2021 um 14:30 Uhr

Freiburg

Die neue Interessengemeinschaft Obergrün hat bereits 100 Mitglieder. Ihr Ziel: keine Bebauung im Naherholungsgebiet, der Verein "Bauernhoftiere für Stadtkinder" soll erhalten bleiben.

Damit das Gebiet Obergrün zwischen dem Betzenhauser Wohngebiet rund um die Anne-Frank-Grundschule und dem Autozubringer Mitte in der jetzigen Form erhalten bleibt, hat sich die "Interessengemeinschaft Gesamterhalt Obergrün" gegründet. Sie setzt sich dafür ein, dass ein dort geplantes Wohngebiet nicht verwirklicht wird und der Verein "Bauernhoftiere für Stadtkinder" seine Arbeit auf dem Areal ohne Abstriche fortführen kann.

Das Obergrün, so die IG in einer Pressemitteilung, habe sich in den vergangenen Jahren zu einer "multicodierten Fläche" mit vielfältiger Nutzung entwickelt. Hier gebe es "Naturschutz, Naherholung für viele Bürgerinnen und Bürger, Spielotop für Kinder, Bildung für Nachhaltigkeit, Landschaftspflege und Gärtnern für alle". Abgelehnt werden die Pläne zum Bau von 26 Reihenhäusern und drei Mehrfamilienhäusern durch die Firma Treubau AG, die bis unmittelbar an das Kerngelände des Vereins "Bauernhoftiere für Stadtteile" heranreichen würden. Die benachbarten Wohngebäude würden die Vereinsarbeit zumindest einschränken, wenn nicht gar unmöglich machen. Der Widerstand des Vereins gegen die Pläne erfuhr bereits vielfältige Unterstützung, vor allem aus dem Stadtteil (die BZ berichtete mehrfach). Diese erhält nun einen formellen Rahmen.

Offenlage des Bebauungsplans ist für das Jahr 2022 vorgesehen.

Die Baupläne hatte der Gemeinderat Mitte 2020 mit einer Gegenstimme (der Liste Freiburg Lebenswert) und einigen Enthaltungen abgesegnet. Derzeit läuft die Arbeit am Bebauungsplan, der 2022 den nächsten Verfahrensschritt "Offenlage" erreichen soll. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, sie wolle den Fortbestand von "Bauernhoftiere für Stadtkinder" auch planungsrechtlich absichern. Wegen möglicher Geruchsbelästigungen durch die Tierhaltung suche man nach einem Kompromiss.

Die Interessengemeinschaft habe inzwischen rund 100 Mitglieder, schreibt Mit-Initiatorin Susanne Schlatter auf BZ-Nachfrage – und zwar Menschen jeden Alters, darunter auch "Familien und Nachdenkliche, (...) Beschäftigte in nahen Einrichtungen, Naturverbundene und Klimaaktive, Hundebesitzer, Radfahrer und Demokraten".

Über die Mitglieder bestehe auch die Verbindung zu verschiedenen Vereinen und Institutionen, darunter zum Beispiel zum Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, zum Freundeskreis Freibad-West, zum Kindergarten St. Albert, zur Gemeinderatsliste Freiburg Lebenswert, zur Klimaliste, zum Klimaaktionsbündnis Freiburg und zu Parents für Future Freiburg. Die Institutionen selbst seien aber nicht Mitglied.