Regenerative Energie

Energiedienst lässt große Anlage für grünen Wasserstoff in Grenzach-Wyhlen bauen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 22. Oktober 2022 um 11:58 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Grüner Wasserstoff ist ein Zukunftsthema, darüber ist sich auch die Firma Energiedienst im Klaren. Und stellt deshalb am Standort Grenzach-Wyhlen die Weichen für ein Riesenprojekt.

Das Unternehmen Energiedienst (ED) hat den Auftrag für eine Fünf-Megawatt-Power-to-Gas-Anlage am Standort Grenzach-Wyhlen erteilt. Dies gibt der Energieversorger in einer Presseinformation bekannt. Die Wasserstoff-Elektrolyseanlage gehört zum Projekt "Reallabor H2 Wyhlen".



Der Auftrag mit einem Volumen im zweistelligen Millionenbereich ging laut ED an ein Konsortium unter der Führung von APEX. Er beinhaltet die Planung, Herstellung, Lieferung und Montage einer Fünf-MW-PtG-Anlage am Standort Grenzach-Wyhlen. Als Elektrolysetechnologie sei eine Proton-Exchange-Membrane ausgewählt worden, schreibt ED. Der Elektrolyseur soll von "Plug Power" geliefert werden.

In Wyhlen gibt es bereits eine ED-Anlage

Aktuell betreibt ED in Wyhlen bereits eine alkalische Power-to-Gas-Anlage mit einer Elektrolyseleistung von einem Megawatt. Laut ED produziert diese seit 2019 grünen – also CO2-freien – Wasserstoff. Mit der nun erfolgten Auftragsvergabe werde die Produktionskapazität um weitere fünf Megawatt erweitert. Damit entstünden bis 2025 am ED-Wasserkraftwerk Wyhlen die größten Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff in Süddeutschland.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Forschungsprojekt "Reallabor H2-Wyhlen" ist Teil der Aktivitäten der EnBW-Gruppe, mit denen sie ihren Kunden neben Strom langfristig auch gasförmige Energieträger CO2-frei verfügbar machen will. Diese Demonstrationsprojekte ermöglichen Energiedienst und ihrer Konzernmutter EnBW, gemeinsam neue Fähigkeiten für das Zukunftsthema Wasserstoff aufzubauen und grünen Wasserstoff zukünftig bezahlbar herzustellen.
Umfrage: Eine Befragung unter Anwohnern stellt eine hohe Akzeptanz für die Erweiterung der Power-to-Gas-Anlage am Wasserkraftwerk Wyhlen heraus. Aber: wer gilt denn überhaupt als Anwohner?

"Wir freuen uns, dass das Projekt eine weitere Hürde genommen hat", wird Jörg Reichert, Geschäftsführer von Energiedienst in der Presseinformation zitiert. "Regenerative Energieträger und neue Speichermöglichkeiten für nachhaltige Energie werden angesichts der aktuellen Entwicklung immer wichtiger. Mit unserem grünen Wasserstoff wollen wir helfen, die Abhängigkeit von Gas, Öl und Kohle noch weiter zu senken." Wie Projektleiterin Reihaneh Zohourian ergänzt, werde Wasserstoff als Energieträger eine Schlüsselrolle in der Energiewende spielen. "Mit der Vergabe erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für das Demonstrationsprojekt ,H2-Wyhlen‘, mit dem wir Erkenntnisse für die Produktion von Wasserstoff mit Elektrolyse für EnBW gewinnen wollen.