Ohne Genehmigung

Erdaushublager in Freiburg-Haslach bleibt in Betrieb

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Mi, 05. August 2020 um 07:00 Uhr

Freiburg

Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung ist seit neun Monaten abgelaufen, doch das Erdaushublager in Haslach wird weiter genutzt – zum Unmut der Anwohner.

Die Bewohner der Wohnhäuser, die direkt an das ehemalige "Götz + Moritz"-Areal angrenzen, beklagen sich seit Jahren über Staub, Lärm und Verkehrschaos. Aktuell verhandle die Stadtverwaltung mit dem Betreiber der Anlage, der Firma Walther-Keune-Bau, über das Betriebsende, erklärt Rathaussprecherin Martina Schickle auf Nachfrage der BZ. Bis dahin dürfe das Unternehmen das Gelände, auf dem Erdaushub bis zur Wiederverwertung auf anderen Baustellen zwischengelagert wird, weiter nutzen. Das Ziel sei, einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zu schließen, so Schickle: "Die Verhandlungen laufen noch." Angedacht sei ein Betriebsende für Ende 2021. Just zu diesem Zeitpunkt soll das neue Erdaushublager im geplanten Stadtteil Dietenbach fertig sein – beide Verfahren stünden jedoch nicht im Zusammenhang, sagt Schickle.

Stadtverwaltung sieht keinen Handlungsbedarf

Die Anwohner des "Götz + Moriz"-Aushublagers haben sich jüngst erneut ans Rathaus gewandt und auf die enorme Staubbelastung hingewiesen. Die Stadtverwaltung sieht jedoch keinen Handlungsbedarf. Es seien immer wieder Kontrollen vor Ort gemacht worden, sagt Schickle, dabei habe man "im Wesentlichen keine erheblichen Belästigungen vorgefunden". Deshalb habe es auch keine Verwarnungen oder gar Bußgelder gegen die Betreiberfirma gegeben. Das Erdaushublager ist offiziell seit 2015 in Betrieb. Dauerhaft hält das Rathaus es jedoch an dieser Stelle nicht für zulässig: wegen der nahen Wohnhäuser und weil das Areal in einem Gewerbe- und nicht in einem Industriegebiet liegt, wo "erheblich belästigende Betriebe" nicht untergebracht werden dürfen.