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Erinnerung: Lockerungen für Handel und private Treffen ab Montag

dpa

Von dpa

So, 07. März 2021 um 15:10 Uhr

Südwest

Die Corona-Regeln im Südwesten sind von Montag an wieder etwas lockerer: Einschränkungen fallen unter anderem für Treffen mit Freunden und den Einzelhandel weg.

Die Corona-Einschränkungen in Baden-Württemberg werden am Montag teils gelockert. So dürfen sich in Kreisen mit einer Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner künftig wieder bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen, wie aus der am Wochenende veröffentlichten aktualisierten Corona-Verordnung des Landes hervorgeht. Kinder bis 14 Jahre zählen dabei nicht dazu. Auch Paare, die nicht zusammenleben, zählen als ein Haushalt.

Auch der Handel im Südwesten soll unter den Hygieneauflagen von mehreren Lockerungen profitieren, sofern die regionalen Inzidenzen unter dieser 100er-Marke liegen. So dürfen etwa Baumärkte, die bisher nur ihren Gartenabteilungen öffnen durften, wieder ihr gesamtes Sortiment verkaufen, zudem machen Buchläden auf.



Viele andere Einzelhändler, die bisher ihre Geschäfte nicht öffnen durften, können ihren Kunden nun zumindest wieder Einkäufe nach Terminvereinbarungen (Click & Meet) anbieten. Auch Museen, Galerien, Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten dürfen unter Auflagen wieder öffnen, ebenso Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo- und Piercingstudios sowie Bibliotheken und Büchereien.

Weitere Öffnungen und Lockerungen sind möglich und an das Infektionsgeschehen des jeweiligen Stadt- oder Landkreises gebunden. Zugleich hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann angekündigt, bei steigenden Fallzahlen wieder streng durchgreifen zu wollen. Steigt die Inzidenz regional auf über 100, werden die meisten Lockerungen zurückgenommen.
Hintergrund: Das Land lockert den Lockdown. Fortan soll die Inzidenz in den Land- und Stadtkreisen gelten. Diese sollen sich absprechen, um einen Reiseverkehr zu unterbinden. Wie das gehen soll, ist noch unklar.

Indes stellt die Landesregierung angesichts eines weiter großen Mangels an Corona-Impfstoffen den Krankenhäusern im Südwesten vorerst keine gesonderten Impfdosen mehr für das Personal zur Verfügung. Man habe entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Impfstoff mehr exklusiv an die Krankenhäuser zu geben, teilte das Landesgesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart auf Anfrage mit. Stattdessen wolle man neue Impfdosen komplett an die Impfzentren liefern. "Noch immer ist der Impfstoff knapp und die dem Land zur Verfügung gestellten Impfdosen sind über Wochen in den Impfzentren verplant", hieß es zur Begründung.

"Wir würden zum Beispiel auch gerne die Studierenden im klinischen Semester impfen, ebenso weitere Mitarbeiter" Hans-Georg Kräusslich
Klinik-Mitarbeiter, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, müssen sich nun in Impfzentren um Termine bemühen. Der Chefvirologe des Universitätsklinikums Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, kritisiert dieses Vorgehen. "Wir sind darüber nicht glücklich, können es auch nicht wirklich nachvollziehen", sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung. "Wir würden zum Beispiel auch gerne die Studierenden im klinischen Semester impfen, ebenso weitere Mitarbeiter. Jetzt müssen sich wieder alle im Impfzentrum anmelden, wo die Belastung ohnehin schon hoch ist."

Ein Sprecher des Südwest-Gesundheitsministeriums wies diese Interpretation zurück. "Auf uns ist bislang keine Klinik zugekommen, um über mangelnden Impfstoff zu klagen, im Gegenteil: Es wurde vielmehr um Verständnis darum gebeten, dass die vielen an die Kliniken im Land ausgelieferten Impf-Dosen nur Schritt für Schritt verimpft werden können", sagte er.

Das Ministerium verwies zudem darauf, dass das Krankenhaus-Personal mit der höchsten Priorität bereits vollständig geimpft sei. In den ersten Wochen nach Start der Impfkampagne hätten besonders gefährdete Mitarbeiter Impfstoffe der Anbieter Biontech und Moderna bekommen; später seien dann die ersten beiden Lieferungen des Astrazeneca-Impfstoffs, die das Land erhalten habe, "nahezu komplett" an die Krankenhäuser gegangen. Es habe sich allein bei Astrazeneca um rund 72.000 Impfdosen gehandelt.