Euphorie und Ernüchterung

Erhard Morath

Von Erhard Morath

Sa, 02. Juli 2022

Bonndorf

BZ-SERIE TUS-JUBILÄUM (3): Geldknappheit bereitet Sorgen.

. In diesem Jahr feiert der TuS Bonndorf, der Mehrsparten-Verein mit 1500 Mitgliedern, sein 150-jähriges Gründungsfest. Vereinsjubiläen sind eine sinnvolle Gelegenheit, aus der Vergangenheit zu schöpfen, um daraus für die Zukunft frischen Wind in die Segel zu fächern.

Das Jahr 1925
Mit neuen Spielern und Trainern (Walter und Hildebrand) etablierte sich neben dem Fußball auch eine Leichtathletikmannschaft. Ohne lange weite Reisen in den Breisgau duellierten sich die Fußballer mit Titisee, Neustadt, Saig, und Eisenbach, es ging dadurch zum einen finanziell günstiger und zum andern sportlich gemütlicher zu. Zu einem Jugendfußballfest kamen Mannschaften des FFC und SC Freiburg, sowie aus Neustadt, Löffingen, Titisee und St. Blasien nach Bonndorf, wobei die Freiburger die Oberhand behielten. "Im Dreikampf zeigte unsere Schwarzwaldjugend gute Leistungen" und bot den Stadtvereinen entsprechend Paroli.

Das Jahr 1926
Dieses Jahr wurde zum erfolgreichsten Jahr im Dezennium des Vereins. Bei 14 Privat- und sechs Verbandsspielen hieß der Sieger fast immer Bonndorf, was zur Meisterschaft führte, dies gelang auch der Jugendmannschaft, die im Endspiel gegen den FC Neustadt den Sieg mit nach Hause nehmen konnte.
Das Jahr 1927
Der Euphorie folgte die Ernüchterung, es ging steil bergab bei den Fußballern des TuS. Darüber konnten ein Turniersieg in Lenzkirch und Auftritte der Leichtathleten nicht hinwegtäuschen. Die ewige Geldknappheit beeinträchtigte inzwischen auch die Jugendarbeit. Klage wird laut, wegen der Höhe der Verbandsbeiträge, die die Bonndorfer zudem an zwei Verbände (Fußball, Turner und/oder Leichtathleten) zu entrichten hatten. Der Besuch der ehemaligen Meistermannschaft des Freiburger FC in Bonndorf war ein schöner Erfolg, obwohl der Chronist schreibt: "Wir mussten natürlich die Segel vor ihrem Können streichen". Viele gute Spieler und einige Offizielle kehrten 1927 dem Verein den Rücken.

Wie es weiter ging, lesen Sie in unserem nächsten Teil der Serie.