Toter Junge

Fall Armani: Großvater richtet sich an unbekannten Täter

Charlotte Janz

Von Charlotte Janz

Fr, 21. November 2014 um 09:15 Uhr

Freiburg

Vor vier Monaten wurde der achtjährige Armani in Freiburg umgebracht. Während die Polizei seinen Mörder sucht, appelliert der Großvater an das Gewissen des Täters. Aus dem Gefängnis heraus.

Es ist Herbst geworden. Über den kleinen Steg am Mühlbach fegt ein kalter Wind. Er treibt rote, gelbe, braune Blätter vor sich her. Sie taumeln vorbei an einem schmalen weißen Kreuz aus Holz. Ein Ahornblatt streift im Fallen den Jungen mit dem schiefgelegten Kopf. Halb schelmisch, halb schüchtern lächelt er hinter einer Klarsichtfolie hervor. Das Foto des Kindes kennt in Freiburg jeder. Seinen Mörder kennt niemand.

Genau vier Monate ist es her, dass der kleine Armani eben dort, bei der Vogelnest-Kleingartenkolonie im Stadtteil Betzenhausen, tot aufgefunden wurde – 3,5 Kilometer von seinem Zuhause im Stadtteil Brühl-Beurbarung entfernt. Was in den rund zwölf Stunden zwischen seinem Verschwinden und dem Fund seiner Leiche geschehen ist: bis heute unklar. Nur die Todesart ist mittlerweile bekannt. Jemand hat den Jungen erwürgt. Er durfte keine neun Jahre alt werden. Aber wer?

Die Soko ist sich ihrer Sache sicher
Das ist die Frage, die Peter Grüns Leben seit dem 21. Juli 2014 bestimmt. Mit ihr wacht er auf, mit ihr schläft er ein. Der Chef der Sonderkommission Bach hat mittlerweile 330 Überstunden gemacht – und keinen Tag Urlaub. Für den 44-Jährigen mit den ernstzunehmenden Augenringen schreitet die Zeit nur noch in Wochen voran. Die Soko ist in der 18. Woche. Und sie trägt schwer. Wie lange noch, bis die Polizei Armanis Mörder schnappt? Das weiß Grün nicht. Aber, dass sie ihn fassen wird, daran hat er keine Zweifel.

Was macht ihn da eigentlich so sicher? Schon diese Frage kann Grün nicht zufriedenstellend beantworten. Es gibt so vieles, was er der Öffentlichkeit nicht verraten darf. Etwa, wo der Junge getötet wurde. Ob die Polizei dem Täter schon nah auf den Fersen ist oder nicht. Ob die DNA-Analyse von fremden Spuren auf dem Körper des Kindes erfolgversprechende Erkenntnisse geliefert hat. Grün schweigt. Mal betreten, mal mit einem Pokerface, mal neutral. Die Standardantworten des Mannes, der selbst zwei kleine Kinder hat, lauten: "Wir ermitteln in alle Richtungen parallel" und "Wir schließen nichts aus."

Mehrere hundert DNA-Spuren werden untersucht
Die Nacht, in der Armani getötet wurde, war laut Wetterexperten ...

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