Moderner Jazz

Feinste Jazzmusik mit dem Walter Lang Trio im Lörracher Jazztone

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Mo, 17. Februar 2020 um 10:28 Uhr

Lörrach

Das Walter Lang Trio erfüllt im Lörracher Jazztone höchste musikalische Ansprüche. Mit dem Namensgeber, Thomas Markusson und Magnus Öström waren exzellente Musiker am Werk.

Lyrisch und expressiv, höchst virtuos und voll melodiösem Reichtum: Das Walter Lang Trio faszinierte am Freitagabend die Besucher im gut gefüllten Jazztone mit einer Musik, die hohen Ansprüchen genügte und zugleich schön war und Spaß machte. Das Trio präsentierte eine moderne und sehr zeitgemäße Form von Jazz, die sich unbekümmert an den Traditionen bediente, sie mit frischen Einfällen anreicherte und mit kreativer Kraft auf ein neues Niveau hob. Und es ist auch noch ein Trio, das aus ganz hervorragenden Musikern besteht.

Das Piano gibt beim ersten Stück ein Thema vor, Bass und Schlagzeug tragen es weiter. Leicht und hell hüpft das Piano weiter und wird dabei zunehmend energischer, bis sich ein kraftvoller und vielschichtiger Sound ergibt, der für diese kleine Besetzung fast erstaunlich ist. Musikstücke zu schreiben falle ihm leicht, das Schwierige sei hingegen, einen Titel zu finden, erklärte Walter Lang dem Publikum.

Trio mischt bekannt Erscheinendes zu Neuem

Das erste Stück hieß Branduardi, weil es ihn an den italienischen Barden erinnert habe, erläuterte Lang. Nun denn. Im weiteren Verlauf des Konzerts meint man hin und wieder, hier ein Stückchen, dort ein Melodiefetzlein schon irgendwo gehört zu haben. Das macht nichts, Walter Lang und sein Trio mixen das zu etwas Neuem, vermengen es mit vielen frischen Einfällen und geben dem Ganzen ungeahnte Wendungen.

"Kansas Skies" durchmisst gemächlich weite Landschaften und einen blauen Himmel, in dem weiße Wölkchen schweben. Zart und romantisch kommt "New Moon Night" daher, der Bass mit dem Bogen gestrichen, das Drumset behutsam mit Paukenschlegeln gerührt, sanft hingetupft die Akkorde vom Piano.

Großartige Musiker sind da zugange. Walter Lang, dessen Pianospiel man anmerkt, dass ihm die Klassik nicht fern liegt, spielt lyrisch und emotional, farbig und mit einer großen Tiefe. Der Schwabe hat sich mit zwei Schweden zum Trio zusammen getan. Am Kontrabass ist Thomas Markusson, der sein Instrument ungeheuer melodiös spielt und weit mehr als der Groover ist, sondern eine gleichberechtigte zweite Stimme neben dem Piano.

Und am Schlagzeug sitzt kein Geringerer als Magnus Öström. Er war Mitglied des legendären Esbjörn Svensson Trios (e.s.t.), das von Mitte der 1990er Jahre an bis zu Svenssons tragischem Tod 2008 das Piano-Trio, eine der ältesten Formationen im Jazz, vollkommen neu erfunden hat. Am Jazztone-Schlagzeug und mit seinen eigenen Becken spielte er innig und mit großer Gestaltungskraft, mal ganz dezent, mal energisch und voller Kraft und immer mit meisterlicher Technik.

Würdiges Ende für begeisterndes Konzert

Stilistisch eigenständig und vielfältig entwickelte das Trio eine dichte Atmosphäre und begeisterte mit einer Musik, die Herz und Hirn gleichermaßen ansprach. Das gelang mit dem liedhaften, romantischen "Slow Castle" oder der "Meditation in F minor" ebenso wie mit dem stärker Fahrt aufnehmenden "I Wonder". "Full Blast" machte am Ende seinem Titel alle Ehre. Rasend, fesselnd und grandios riss es die Zuhörer mit, sodass sie nach der Zugabe "Dawn Song" noch eine zweite, ungeplante einforderten und das begeisternde Konzert mit "When The Day Is Done" ein würdiges Ende fand.