Lahr

Fledermäuse bekommen ein neues zu Hause

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 12. September 2019 um 14:40 Uhr

Lahr

Weil für die Erweiterung des Schutterentlastungskanals Bäume weichen müssen, schafft die Stadt einen Ausgleich für Fledermäuse: Im Langenwinkler Wald sollen sie künftig leben.

"Fledermäuse bedürfen unseres besonderen Schutzes, da auch für sie die Nahrungsgrundlagen zurückgehen und zudem immer mehr Lebensstätten und Quartiere verschwinden", wird Urte Stahl von der Stadtverwaltung Lahr in einer Pressemeldung zitiert. "Alle heimischen Fledermäuse stehen unter strengem Naturschutz und müssen bei baulichen Vorhaben, Gebäudeabbrüchen, Baumfällungen oder ähnlichen Eingriffen in mögliche Lebensräume besonders beachtet werden."

Dies sei auch bei der Erweiterung des Schutterentlastungskanals in Lahr der Fall, bei dem von Seiten des Landes als Bauherr Wald gerodet wird. In diesem Wald hatten waldbewohnende Fledermäuse Quartier in Baumhöhlen bezogen. Zum Erhalt der Fledermauspopulation nimmt die Stadt Lahr ein 7,2 Hektar großes Waldstück im Langenwinkler Walddistrikt Limbruch aus der forstlichen Nutzung und hilft damit dem Regierungspräsidium als Vertreter des Landes, die Vorgaben zu erfüllen, heißt es in der Pressemeldung der Stadtverwaltung. Langfristig sollen im Alt- und Totholz neue Baumhöhlen und Spalten für die Fledermäuse entstehen. In der Zwischenzeit bieten Fledermauskästen einen vorübergehenden Ersatz. Solche Kästen als künstliche Quartierangebote sind im Lahrer Stadtwald freiwillig an vielen Stellen aufgehängt, heißt es weiter.

Weitere städtische Waldflächen sollen als artenschutzrechtlicher Ausgleich genutzt werden – für Höhlenbäume, die im Baugebiet Hosenmatten II wegfallen. "Hierfür sollen 3,2 Hektar Waldflächen aus der Nutzung genommen werden", so die Stadt. Zudem werde versucht, alte Versorgungsgebäude wie Wasserspeicher im Außenbereich für Fledermauspopulationen zu etablieren.