Ehrenamt

"Fleißige Schneiderlein" haben schon 2000 Masken gefertigt

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Mi, 22. April 2020 um 18:00 Uhr

Rheinfelden

Über WhatsApp hat sich eine Gruppe von Frauen aus der Region Rheinfelden zusammengefunden, die Gesichtsmasken für Pflegepersonal nähen. 2000 Stück sind so schon zusammengekommen.

Mehrere Frauen einer WhatsApp-Gruppe nähen ehrenamtlich Gesichtsmasken für Pflegepersonal. Horatio Gollin hat darüber mit Cordula Faßmann gesprochen und nachgefragt, ob auch Privatleute Masken bekommen können. Die Gruppe freut sich über Spenden.

BZ: 2000 Mund-Nasen-Masken wurden schon bei dem ehrenamtlichen Projekt gefertigt. Wer steht hinter dem Projekt?

Faßmann: Die Initiatorin ist Anne Stiegeler. Da ihre Mutter in einem Altenheim in Lörrach arbeitet, hat sie in einer WhatsApp-Gruppe des Familienzentrums und im Freundeskreis angefragt, ob Helfer Masken für das Altenheim machen könnten. Ich hatte bereits angefangen zu nähen und war bereit, mit einer Gruppe zusammen weiter für Altenheime zu nähen. Das Pflegepersonal hatte keine Ausrüstung mehr. Masken sind das Mindeste, was sie brauchen. Die Kommunität Beuggen kam als Dach dazu, weil sie inhaltlich dahinter steht und damit wir auch Spendenbescheinigungen ausstellen können.
Zur Person: Cordula Faßmann ist 46 Jahre und wohnt seit 14 Jahren in der Kommunität im Schloss Beuggen. Die selbständige Kindertagesmutter stammt aus Niedersachsen.

BZ: Wie arbeitet die Gruppe zusammen?

Faßmann: Die WhatsApp-Gruppe nennt sich fleißige Schneiderlein. Wir sind 21 Frauen in der Gruppe, aber hinter manchen stehen mehrere Personen. Wir haben zu Spenden aufgerufen und uns Stoffe, Garn und Gummibänder bringen lassen. Alles kann nur per WhatsApp abgesprochen werden. Wir kennen uns zum Teil gar nicht. Das ist wegen Corona auch nicht möglich.

BZ: Wie werden die Masken verteilt?

Faßmann: Viele Anfragen laufen über Anne Stiegeler. Sie priorisiert die Anfragen und gibt die Masken nach Priorität ab. Pflegepersonal behandeln wir vorrangig. Das Markus-Pflüger-Heim in Schopfheim finanziert einen Fahrdienst, weil wir ihnen viele Masken gespendet haben. Die Fahrerin bringt Zuschnitte, Stoffe, Gummiband und was wir brauchen und nimmt die fertigen Masken mit. Das Seniorenheim Himmelspforte in Wyhlen haben wir beliefert, als da ein Fall auftrat. Aber wir machen auch Masken für Arzt- und Physiotherapiepraxen. Private Anfragen haben wir nicht viele und könnten sie auch gar nicht beliefern. Wir haben Anfragen vom Roten Kreuz, der Caritas Hochrhein, der Diakonie Waldshut. Wir haben ans Bürgerheim Rheinfelden, geliefert, ans Pflegezentrum Rheingarten, an ambulante Pflegedienste, Hebammen, ans Hospiz und das Rathaus Maulburg.
Info: Spendenkonto Kommunität Beuggen: IBAN DE65 5206 0410 0005 0117 95. Betreff ,Maske’ und Adresse Spendenbescheinigung.