FRAUENTAG: Digitalisierung heißt Emanzipation

Lisa Böttinger

Von Lisa Böttinger

Sa, 07. März 2020

Deutschland

Mein Plan stand lange fest: Nach dem Abitur wollte ich studieren, um dann möglichst lange in einem etablierten Unternehmen zu arbeiten. Vorbilder, dass Frauen sich auch außerhalb vorgegebener Pfade bewegen können, hatte ich keine: Selbstständige in meinem Umfeld gab es kaum, meine Eltern waren beide angestellt. Heute bin ich Unternehmerin und lebe einen Traum, den ich nie zu träumen gewagt hätte. Der Schlüssel dazu? Die Digitalisierung. Sie ermöglicht Unabhängigkeit, vor allem für Frauen. Egal in welchem Job oder welcher Position: Frauen sind nicht mehr darauf angewiesen, dass Chefin oder Chef ihre Leistungen und Erfolge bemerken. Sie können andere einfach über die sozialen Medien selbst darauf aufmerksam machen – und Karriere machen, ob als Chief Digital Officer, Innovationsmanagerin oder Selbstständige, so wie ich mich heute mit meinem Unternehmen Global Digital Women dafür einsetze, dass die Digitalbranche diverser wird. Es ist Unsinn, dass digitale und IT-Themen "eher was für Männer" sind. Die Möglichkeiten, sie zu nutzen, sind so divers wie unsere Gesellschaft. Doch genau diese Gesellschaft muss sich frei machen von solchen Stereotypen. Junge Frauen müssen wissen, dass es nichts gibt, was sie nicht erreichen können. Dazu muss auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Gesellschafts-, nicht als Frauenthema identifiziert werden. Die Digitalisierung beschleunigt das. Für uns Frauen bedeutet sie Emanzipation.


Tijen Onaran (34), Unternehmerin, Digital- & Diversity-Expertin und Autorin aus Karlsruhe


Aufgezeichnet von Lisa Böttinger