Neue Räume für Engagierte und Coworker

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Di, 22. Oktober 2019

Freiburg

Der "Treffpunkt" hat nun einen zweiten Ort, sucht aber weiter.

FREIBURG. Eigentlich wollten sie das 4000 Quadratmeter große ehemalige Bürgeramt an der Basler Straße 2 – doch das bekam das Studierendenwerk. Stattdessen haben die vielen bürgerschaftlich Engagierten rund um den "Treffpunkt" seit April zusätzlich zu den bisherigen Räumen am Schwabentorring 2 nun noch einen zweiten Standort. Im "Haus des Engagements", dem Hinterhaus an der Rehlingstraße 9, gibt’s 320 Quadratmeter Bürofläche und rund 200 Quadratmeter im Keller. Die Suche nach einem größeren Ort, wo alles zusammen unterkommen kann, geht aber weiter.

Sie schwärmen von der guten Atmosphäre und dem Austausch – und der war das Ziel: Im Großraumbüro vom "Haus des Engagements" sitzen tagsüber sechs Unternehmerinnen und Unternehmer – unter anderem eine Grafikdesignerin und ein Unternehmensberater – und hauptamtliche Mitarbeitende von sechs Vereinen nebeneinander an ihren Computern. Sie haben wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Hintergründe, alle arbeiten in Bereichen, die als "nachhaltig" gelten. Besonders stark vertreten ist der Verein "Stadtpiraten", der mit Kindern und Jugendlichen arbeitet – die sechs hauptamtlichen Mitarbeiter haben hier ihre Arbeitsplätze. Ein Vollzeit-Arbeitsplatz kostet 190 Euro im Monat, mit freiwilligen Abweichungen nach unten oder oben, auch halbe oder Viertelarbeitstage können gemietet werden. Derzeit sind noch neun der 30 Coworking-Plätze frei.

Die Coworker finanzieren die Miete von derzeit 2500 Euro. Abends werden das Großraumbüro und ein paar kleine Besprechungsräume zum kostenlosen Treffpunkt für Ehrenamtliche und Initiativen und deren Veranstaltungen – bis zu 60 Menschen haben Platz. Bisher haben insgesamt 800 Menschen die Räume genutzt. Im Probenraum im Keller treffen sich fünf Bands. Auch für sie sei das ideal, erzählt Micha Scheiffele, Musiker bei der Band "Qult" und bei zwei anderen Bands: Sie kämen so in Kontakt und könnten auch ihre Instrumente stehenlassen.

Dafür, dass alles gut koordiniert ist, sorgt Magdalena Langer, die Geschäftsführerin im "Haus des Engagements". Sie hatte sich seit 2016 als eine der vielen Ehrenamtlichen für neue Räume eingesetzt, inzwischen hat sie eine 30-Prozent-Stelle, die für ein Jahr von der Postcode-Lotterie finanziert wird. Von dort gibt’s auch Zuschüsse für Workshops und Helpdesks – das sind Einzelberatungen durch Experten, die eine halbe Stunde dauern – zu Themen, die insbesondere für Vereine und Engagierte nützlich sind: Beim ersten Helpdesk am Dienstag, 29. Oktober, geht’s um das Thema "Webseiten".

Haus des Engagements: Infos und Kontakt über http://www.haus-des-engagements.de