NS-Verbrechen

Schicksale ermordeter Patienten der Kreispflegeanstalt sollen erforscht werden

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Mo, 18. Mai 2015

Freiburg

Lange wurden die Geschichte der Kreispflegeanstalt und die Verbrechen an ihren Bewohnern verdrängt – das hat sich jetzt geändert.

Bis auf eine Frau, die geistig verwirrt war, wehrten sich alle: Sie wollten nicht in die grauen Busse steigen. Doch die Bewohnerinnen und Bewohner der Kreispflegeanstalt an der Eschholzstraße hatten keine Chance am 10. Oktober 1940 – sie wurden in die Tötungsanstalt Grafeneck deportiert. Diese Geschehnisse, die eine Ordensschwester 1948 schilderte, gerieten danach lange komplett in Vergessenheit. Zum Abschluss der Ausstellung "Über Mutter wird nicht gesprochen..." der Freiburger Hilfsgemeinschaft (FHG) erinnerten eine Führung und ein Vortrag daran.

Die Gebäude sehen ähnlich aus wie damals: Das betont Reiner Stegie vom Uni-Institut für Psychologie, als er rund 50 Interessierte über das Gelände der einstigen Kreispflegeanstalt führt. 2002 kam dort das Institut für Psychologie unter, bereits Anfang der 1990er ein Studierendenwohnheim. Dazwischen war es von 1941 bis 1945 als Luftwaffen-Lazarett, dann als Teil der Uni-Klinik und von 1950 bis 1991 als französisches Militärlazarett genutzt worden.

Die ...

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