Schließungen wegen Corona

Freiburger Einzelhändler starten kostenlosen Lieferservice

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Do, 19. März 2020 um 09:20 Uhr

Freiburg

Freiburgs Läden sind seit Mittwoch geschlossen, aber die Kunden sollen weiter lokal einkaufen können: Die Händler-Aktionsgemeinschaft "Z’Friburg in der Stadt" bietet jetzt einen Lieferservice an.

Seit Mittwoch bleiben die Kaufhäuser und die meisten Einzelhandelsgeschäfte in Freiburg geschlossen, um die Coronainfektionen einzudämmen. Ausgenommen sind nur Lebensmittelgeschäfte und andere Anbieter der täglichen Grundversorgung. Vor diesem Hintergrund hat die Händler-Aktionsgemeinschaft "Z’Friburg in der Stadt", der rund 100 Freiburger Innenstadthändler angehören, einen gemeinsamen kostenlosen Lieferdienst gestartet, der innerhalb des Stadtgebiets Waren bis an die Haustür bringt.

Auch der Münstermarkt könnte einbezogen werden

"Organisiert ist das Ganze so, dass die Kunden im Laufe des Tages direkt beim jeweiligen Händler bestellen, was sie wünschen, per Telefon, Fax oder E-Mail – bei manchen auch schon im Onlineshop – und die Waren dann am Nachmittag und am Abend zusammengestellt und möglichst mit einer Fahrt ausgeliefert werden", erklärt Susanne Atila, Z’Friburg-Geschäftsführerin. "Am Anfang kann es da vielleicht auch noch zu Doppellieferungen kommen, aber wir werden den neuen Service laufend optimieren."

Einzelne Betriebe hätten ohnehin schon länger für ihre Kunden einen Lieferdienst angeboten. Auf diese Kapazitäten greife man nun zurück. Zudem könnten Ladenmitarbeiter, die wegen der Schließungen weniger zu tun haben, beim neuen Service mithelfen. Denkbar wäre, so Atila, auch den Münstermarkt einzubeziehen. Die Händler dort überlegen derzeit gemeinsam mit der Wirtschafsförderung FWTM, ob man vielleicht Münstermarkt-Gemüsekisten auf die Beine stellen könnte.
Diese Einzelhändler sind dabei

Zum Start des neuen Z’Friburg-Lieferdienstes machen noch nicht alle Mitglieder mit. Dabei sind aber auf jeden Fall (Stand: Mittwoch, 18. März, 16.30 Uhr) die folgenden Händler:
  • Papeterie Sutter,
  • Buchhandlung Rombach,
  • Cecil/Schwarzwald-City,
  • Craftbeer Lodge,
  • Cult,
  • Esprit/Schwarzwald-City,
  • Löwen-Apotheke,
  • Metzgerei Linder,
  • Fabel,
  • Omega,
  • Parfümerie Kern,
  • Ramsperger,
  • Stefan-Maier-Tabakwaren,
  • Tee-Gschwender,sowie
  • Zylinder-Feinkost.

"Soweit bestehen keinerlei Lieferengpässe was das normale Sortiment betrifft", sagt Atila. "Wir wollen mit dem neuen Service für unsere Kunden auch in der Krise da sein", erläutert sie zur Motivation hinter dem Projekt, "aber natürlich ist es für die Händler auch wichtig, dass das Geschäft weitergeht. Statt nur im Internet sollen die Kunden auch lokal bestellen können, dann bleiben und zirkulieren die Umsätze hier in der Region."

Die wirtschaftliche Lage sei bei den Betrieben angespannt. "Am schwierigsten ist, dass keiner sagen kann, wie lange die Ausnahmesituation anhält", sagt Atila. "Wir Einzelhändler sind von unserer Regierung und dem Land im Stich gelassen", kritisiert etwa Riccarda Kräuter-Schächtele, die in der Freiburger Innenstadt die Strumpfboutique Allure mit fünf Mitarbeiterinnen betreibt – immerhin sei der Zusammenhalt unter den Händlern gut.

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