Katholische Kirche

Freiburger Maria-2.0-Gruppe sieht keinen Willen zum Dialog

kna

Von kna

So, 20. September 2020 um 17:08 Uhr

Freiburg

Während im Münster die Priesterweihe stattfand, beteten draußen zahlreiche Frauen und brachen das Brot – ihre Art des Protests gegen eine hierarchische Kirche, in der sie nichts zu sagen haben.

Aus Sicht der Freiburger Gruppe Maria 2.0 wächst die Zahl der Katholikinnen, die nicht mehr an Reformen in der katholischen Kirche glauben. "Frauen werden weiterhin von Ämtern und Mitgestaltung in der Kirche ausgeschlossen. Die Signale stehen auf Reformunwilligkeit, nicht auf Dialog. Vielleicht ist jetzt der Moment gekommen, wo sich die Wege trennen", sagte Sprecherin Gabi Schmidhuber am Sonntag in Freiburg. "Viele Frauen wollen nicht mehr Teil einer klerikal-hierarchischen Kirche sein, in der sie nichts zu sagen haben."

Am Sonntagnachmittag kamen auf dem Münsterplatz mehr als 100 Unterstützerinnen der Gruppe zusammen. Während im Münster Erzbischof Stephan Burger drei neue Priester weihte, organisierte Maria 2.0 eine eigene Gebets- und Mahlfeier. Die Frauen versammelten sich an rund 20 Tischen, um gemeinsam zu beten und Brot zu teilen. Im Anschluss an die Priesterweihe demonstrierten sie für mehr Rechte von Frauen in der Kirche.

Ähnliche Gebetstreffen vor den Kirchentüren soll es in den kommenden Tagen auch in weiteren baden-württembergischen Städten geben, so etwa in Friedrichshafen, Wendlingen, Ostfildern und Stuttgart-Hohenheim.