Freiburger Stadtgeschichte

Freiburgs Nazi-OB Kerber empfahl Mord an SPD-Abgeordneten

Andreas Meckel

Von Andreas Meckel

Fr, 17. März 2017 um 10:20 Uhr

Freiburg

Der SPD-Landtagsabgeordnete Christian Daniel Nussbaum starb 1939 in der Psychiatrischen Anstalt Wiesloch. Ein neu aufgetauchter Brief legt nahe, dass der Freiburger Nazi-OB Franz Kerber seinen Mord empfahl.

Am frühen Morgen des 17. März 1933 erschoss der SPD-Landtagsabgeordnete Christian Daniel Nussbaum zwei Polizisten in Notwehr. Ein ärztliches Gutachten attestierte ihm Unzurechnungsfähigkeit – er kam in die Psychiatrie, wo er unter ungeklärten Umständen starb. Ein neu aufgetauchtes Schreiben des damaligen Freiburger OB Kerber an Gauleiter Wagner legt nahe, dass er ermordet wurde.

Nussbaum erschoss aus Notwehr zwei Polizisten
Bereits sechs Wochen nach der Machtübergabe an Adolf Hitler kam es in Freiburg zu einem ersten Höhepunkt nationalsozialistischen Terrors. Auf Befehl des Reichskommissars und späteren Gauleiters von Baden, Robert Wagner, wurden alle badischen Abgeordneten der kommunistischen und sozialdemokratischen Partei verhaftet, Zeitungen und Unterorganisationen verboten. Auch die Stadträte und Stadtverordneten der SPD in Freiburg fanden sich im Gefängnis wieder, viele kurz darauf in sogenannter "Schutzhaft" im Konzentrationslager Ankenbuck bei Donaueschingen. Auslöser war die Tat des SPD-Landtagsabgeordneten Christian Daniel Nussbaum, der in Notwehr zwei Polizisten erschossen hatte.

In der Nacht vom 16. auf den 17. März 1933 sollte Nussbaum in seiner Wohnung verhaftet ...

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