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Fritz Keller entschuldigt sich bei früherer Präsidentin des Zentralrats der Juden

dpa

Von dpa

Do, 06. Mai 2021 um 20:16 Uhr

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Seit Tagen steht der DFB-Präsident Fritz Keller nach seinem Nazi-Vergleich unter Druck. Nun entschuldigte sich Keller bei der ehemaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Charlotte Knobloch hat als frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland eine Entschuldigung von DFB-Präsident Fritz Keller für seinen Nazi-Vergleich angenommen. "Dass er mit seiner unbedachten Aussage einen Fehler gemacht hat, steht außer Frage. Ein einziger verbaler Fehlgriff macht aber Kellers langjähriges Engagement nicht ungeschehen, und er ändert auch nichts an der Person Fritz Keller, die ich kenne und unverändert schätze", sagte die 88-Jährige in einer Stellungnahme nach einem Treffen mit dem Chef des Deutschen Fußball-Bundes.

"Ich habe ihn deshalb sehr gerne zu einem Gespräch empfangen und mich längere Zeit freundlich und offen mit ihm ausgetauscht." Charlotte Knobloch
Keller hatte auf der Präsidiumssitzung seinen Vize Rainer Koch mit dem Nazi-Richter Roland Freisler verglichen. "Ich kenne Fritz Keller seit Langem als Menschen, der sich für Erinnerung in Verantwortung einsetzt und der versteht, welche wichtige Rolle der Fußball dabei gesamtgesellschaftlich spielen kann und muss", ergänzte Knobloch: "Ich habe ihn deshalb sehr gerne zu einem Gespräch empfangen und mich längere Zeit freundlich und offen mit ihm ausgetauscht."

DFB-Sportgericht und Ethikkommission

Keller muss sich vor dem DFB-Sportgericht verantworten. Ferner beschäftigt sich die Ethikkommission des DFB mit dem Vorfall. Sprecher des Gremiums ist der Rechtsanwalt Bernd Knobloch, Sohn von Charlotte Knobloch. "Ich spreche derzeit mit verschiedenen Personen, um das wieder geradezurücken und bedanke mich sehr bei Charlotte Knobloch (...) für ihren Rat und ein sehr offenes Gespräch", so Keller.

Tags zuvor hattet die Staatsanwaltschaft Frankfurt das Steuerverfahren gegen die früheren DFB-Funktionäre Reinhard Rauball und Helmut Sandrock eingestellt. Die Ermittlungen gegen den früheren DFB-Präsidenten Reinhard Grindel sowie den DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch, Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Generalsekretär Friedrich Curtius dauern an. Ihnen wird weiter Beteiligung an einer Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen vorgeworfen.