Steinen/Kleines Wiesental

Fusion der Kirchengemeinden steht für den neuen Pfarrer oben auf der Agenda

Ralph Lacher

Von Ralph Lacher

Mo, 03. Oktober 2022 um 07:55 Uhr

Kleines Wiesental

Arno Knebel wird am Sonntag offiziell in sein Amt als Pfarrer der Kirchengemeinde Vorderes Kleines Wiesental eingeführt. Ein zentrales Thema ist die beschlossene Fusion mit dem Oberen Kleinen Wiesental.

Er ist schon einige Zeit in der Gegend, hat mit der Ehefrau das seit dem Ausscheiden seines Vorgängers Christoph Heuberger unbewohnte Schlächtenhaus-Hofener Pfarrhaus bezogen und bereits die Arbeit aufgenommen als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Vorderes Kleines Wiesental. Offiziell in sein Amt eingeführt wird Arno Knebel aber erst am Sonntag, 2. Oktober.

Dekanin Bärbel Schäfer wird um 14 Uhr in der Hofener Kirche die Amtseinführung vornehmen; im Anschluss findet ein Empfang in der Schlächtenhausener Steinenberghalle statt.

Faible für den ländlichen Raum

Der 64-jährige Arno Knebel stammt aus dem kleinen Hunsrück-Dorf Heyweiler, wo er aufwuchs und bereits in der Grundschule den Entschluss fasste, Pfarrer werden zu wollen. Das erzählt der Seelsorger, der an der kirchlichen Hochschule in Wuppertal evangelische Theologie studierte, dann 1983 in Boxberg bei Bad Mergentheim seine erste Pfarrstelle antrat. 13 Dörfer umfasste das Einzugsgebiet seiner Pfarrei und zusätzlich zum Pfarrdienst war er an einem Gymnasium in Wertheim als Religionslehrer tätig. Diese 14 Jahre umfassende Zeit der Tätigkeit in der Landpfarrei und am Gymnasium sei sehr erfüllend, aber auch herausfordernd gewesen, erzählt Arno Knebel. Und habe letztlich sein berufliches Faible für den ländlichen Raum mitbegründet.

Dieses Faible könne er nun in der Kirchengemeinde Vorderes Kleines Wiesental leben, freut sich der Seelsorger auf die begonnene Tätigkeit. "Die Menschen hier sind unheimlich freundlich, haben mich und meine Ehefrau Ulrike herzlich aufgenommen", so Arno Knebel.

Er war nach 14 Jahren in einer Pfarrgemeinde in Kehl am Rhein in eine so genannte "Funktionspfarrstelle" gewechselt, übernahm von 2011 bis 2017 die Position eines Klinikpfarrers in Baden-Baden. Und danach wechselte er in die kirchliche Flüchtlings- und Migrationsarbeit, ebenfalls in Baden-Baden und Rastatt. In Baden-Baden habe er von der vakanten Stelle im vorderen Kleinen Wiesental erfahren, sich mit der Ehefrau bei mehreren längeren Aufenthalten mit der Region vertraut gemacht und im Dezember vorigen Jahres die Stelle übertragen bekommen.

Frohe Botschaft in die Herzen bringen

Zu seinen Vorstellungen am neuen Wirkungskreis, der die Dörfer Schlächtenhaus-Hofen, Weitenau, Endenburg, Wieslet, Hengschenberg und Eichholz und rund 1600 evangelische Gemeindemitglieder umfasst, nennt Arno Knebel die "Gestaltung von fröhlichen Gottesdiensten, die die frohe Botschaft der Bibel direkt in die Herzen bringt", aber auch den engen Kontakt zu den kommunalen Institutionen und den nicht-kirchlichen Vereinen und Gemeinschaften.

Weichen sind schon gestellt

In diesem Zusammenhang erwähnt der Seelsorger auch, dass zum Stichtag 1. Januar 2023 bekanntlich die Fusion von seiner Pfarrgemeinde mit der Oberes Kleines Wiesental erfolgt. "Gemeinsam mit meiner Tegernauer Kollegin, Diakonin Claudia Krüger, bin ich dann von Schlächtenhaus bis Neuenweg in Verantwortung", so Knebel. Man habe schon Weichenstellungen vorgenommen, etwa im gemeinsam für das ganze Einzugsgebiet angegangenen Konfirmanden-Unterricht. Und auch die Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit ist im Fokus von Claudia Krüger und Arno Knebel. Die zum Jahresende auslaufende kirchlich-kommunale Initiative "Im Tal leben – im Tal bleiben" wolle man auf jeden Fall irgendwie weiter laufenlassen, sagt Arno Knebel. Wahrscheinlich wird sich Claudia Krüger in diesem Bereich engagieren, derweil er sich den Kindergärten im Pfarreigebiet der neuen Pfarrgemeinde annehmen will.

Knebel ist 64 Jahre alt; die Frage, ob er in gut zwei Jahren bereits in Ruhestand zu gehen gedenke, verneint der Seelsorger. "Ich bin nicht hierhergekommen, um nur zwei Jahre meiner Berufung nachzugehen. Grundsätzlich gibt es auch keine Altersbegrenzung für Pfarrer, so dass mein Ruhestand sicher über das übliche Alter hinaus verlängert wird", sagt Knebel.