Aufwärtstrend

Gästezahlen im Schwarzwald und am Bodensee erreichen fast Vor-Corona-Niveau

dpa

Von dpa

Fr, 12. August 2022 um 19:32 Uhr

Südwest

Langsames Aufatmen bei den Gastgebern: Die Tourismusbranche im Schwarzwald und am Bodensee registriert wachsende Übernachtungszahlen. Es bleibt aber der bange Blick in den Herbst.

Strahlender Sonnenschein, das Wasser funkelt – aber wer in den Sommerferien spontan direkt am Bodensee übernachten will, hat schlechte Karten. "Im Bereich kurzfristige Buchungen und im Campingbereich ist derzeit alles voll", sagt die Geschäftsführerin der Bodensee Tourismus GmbH, Ute Stegmann. Ein paar Kilometer vom See entfernt gebe es aber hier und da noch Chancen auf ein Zimmer für ein paar Nächte.

Auch im Schwarzwald seien die Häuser derzeit sehr gut gebucht, sagte eine Sprecherin der Schwarzwald Tourismus GmbH. Das gelte vor allem im Vier- und Fünfsterne-Bereich. Bei über 11 000 Gastgebern im Schwarzwald finde sich aber spontan noch irgendwo ein Zimmer.

Ob bei Hoteliers, Campingplatzbetreibern oder Tourismusverbänden: Nach zwei Jahren Corona-Ausnahmezustand macht sich langsam ein Aufatmen in der Branche bemerkbar. Im Juni lagen die Übernachtungszahlen im Südwesten fast wieder auf dem Niveau vor der Pandemie, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Die Entwicklung dürfte nach Einschätzung der Statistiker vorerst weitergehen – die touristische Hochsaison laufe.

Es bleibt der bange Blick in den Herbst

Im Schwarzwald berichtet die Tourismus GmbH von wenig Zurückhaltung in den mittleren und hohen Preiskategorien. "In den unteren Preiskategorien profitiert der Schwarzwald im Moment eher davon, dass inländische Gäste aufgrund der gestiegenen Benzinpreise sich für einen Urlaub im eigenen Land entscheiden." Dazu kommt aus Sicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) ein großer Nachholbedarf an privaten Feiern oder Urlauben.

Bemerkbar mache sich für die Feriengäste mancherorts der Personalmangel, heißt es aus dem Schwarzwald. Teils gebe es verkürzte Öffnungszeiten oder eine eingeschränkte Speisekarte, vereinzelt komme es zur Schließung von Betrieben.

Bleibt der bange Blick in den Herbst – steigende Inflation? Gaskrise? Neue Corona-Einschränkungen? Noch herrscht gute Stimmung. "Wenn die Betriebe normal weiterarbeiten können, sehen wir keinen Anlass zu Pessimismus", sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl.

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