Pressekonferenz

Gasofen hat Brandkatastrophe von Titisee-Neustadt ausgelöst

Alexandra Sillgitt, Karl Heidegger, epd, dpa, aktualisiert um 18.40 Uhr

Von Alexandra Sillgitt, Karl Heidegger, epd, dpa & aktualisiert um 18.40 Uhr

Di, 27. November 2012 um 16:49 Uhr

Titisee-Neustadt

Die Ursache der Brandkatastrophe im Hochschwarzwald scheint klar: Ein defekter Gasofen hat das Unglück mit 14 Toten in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt ausgelöst. Am Samstag wird der Opfer in einem Gottesdienst gedacht, im ganzen Land werden die Fahnen auf Halbmast wehen. Unterdessen wird der Ruf nach Sprinkleranlagen laut.

Es war ein Gasaustritt mit folgender Verpuffung, der die Brandkatastrophe in der Caritas-Werkstatt in Neustadt verursacht hat. Warum sich das Gas entzündete, sei noch unklar, teilte der leitende Oberstaatsanwalt Peter Häberle am späten Dienstagnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Bei dem Brand in der Caritas-Einrichtung (Fotos) waren zehn behinderte Frauen im Alter von 28 bis 68 Jahren, drei Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren sowie eine 50-jährige Betreuerin ums Leben gekommen. Neun Menschen, darunter ein Feuerwehrmann, wurden verletzt. Sie mussten die Nacht in einer Klinik verbringen. Laut Häberle befindet sich keiner von ihnen in Lebensgefahr. In der Werkstatt arbeiten 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Sie werden von insgesamt 20 Kräften betreut. Nach bisherigen Ermittlungen hielten sich 111 Menschen in dem Gebäude aus.

Warum war der Gasofen in der Werkstatt?
Die Behörden haben mittlerweile in etwa rekonstruiert, was nach Ausbruch des Brandes geschehen ist: Innerhalb kürzester Zeit breitete sich in dem dreistöckigen Gebäude lebensgefährlicher Rauch aus, der den Menschen drinnen den Atem nahm. Wie Armin Hinterseh, Bürgermeister von Titisee-Neustadt, erklärte, wurden die Opfer alle an ihrem Arbeitsplatz oder in unmittelbarer Nähe gefunden. "Bei einem so starken Rauch genügen zwei, drei Atemzüge und man verliert das Bewusstsein", sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier. Wer sich vor dem tödlichen Rauch ans Fenster retten konnte, habe überlebt, so Widmaier.

Bei dem Ofen handelt es sich um einen sogenannten Katalytofen. Diese Art von Öfen dürfen, betonte Kreisbrandmeister Widmaier auf Nachfrage, in geschlossen Räumen verwendet werden. Sie seien zum Heizen von Räumen gedacht.

Zu welchem Zweck der mobile Ofen im Raum stand – ob er wirklich für zusätzliche Wärme sorgen oder einfach nur ausprobiert werden sollte – sei ebenfalls noch zu ermitteln, so Staatsanwalt Häberle. Unklar sei auch noch, wer den Ofen mitgebracht hat. Zur Ausstattung der Einrichtung gehörte er offenbar nicht. Ob es noch weitere Geräte dieser Art in der Einrichtung ...

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