Irrfahrt

Geisterfahrer gefährdet Menschen auf mehreren Landstraßen in Baden-Württemberg

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 01. September 2019 um 09:53 Uhr

Südwest

Ein 53-jähriger Autofahrer hat den ganzen Samstag über den Verkehr und die Polizei zwischen Hochrhein, Hochschwarzwald und Bodensee in Atem gehalten. Bei Neustadt kam es zu einem Unfall

Ein Geisterfahrer, der den ganzen Samstag über Verkehrsteilnehmer und Polizeidienststellen in Deutschland und der Schweiz in Atem gehalten hat, ist der Verursacher eines Verkehrsunfalls auf der Bundesstraße 31 bei Neustadt. Die Polizei befand sich auf der Verfolgung des Verursachers, brach sie aber wegen des Unfalls ab.

Der Fahrer des blauen VW Busses vom Typ Multivan war nach Polizeiangaben im dreistreifigen Abschnitt zwischen Titisee und Neustadt auf der Überholspur des Gegenverkehrs gefahren. Die entgegenkommende 47-jährige Fahrerin eines Geländewagens erkannte die Situation rechtzeitig und wich in den Grünstreifen aus, verlor dabei aber die Kontrolle über ihr Fahrzeug, das wieder auf die Fahrbahn geriet und mit dem Auto eines 19-jährigen Fahrers zusammenstieß. Die Frau und ihr 55-jähriger Beifahrer sowie der 19-Jährige wurden verletzt und kamen ins Krankenhaus.

Hintergrund ist möglicherweise eine Erkrankung

Die Irrfahrt des Multivans hatte am frühen Morgen in deutsch-schweizerischen Grenzgebiet begonnen, wo es bereits zu einem Unfall kam. Gegen 19 Uhr dann gingen beim Führungs- und Lagezentrum der Polizei in Freiburg und beim Polizeirevier Titisee-Neustadt mehrer Notrufe von Autofahrern auf den Bundesstraßen 500 (Häusern), 317 (Feldberg) und 31 (Titisee-Neustadt) ein. Sie meldeten gefährliche Verkehrssituationen, ausgelöst von dem blauen VW Multivan, sie konnten teils das Kennzeichen des in Karlsruhe zugelassenen Wagens angeben. In allen Fällen war der Transporter auf der Gegenfahrbahn unterwegs gewesen und jeweils erst knapp vor der Kollision wieder auf seine Seite zurückgekehrt. Einzelne Verkehrsteilnehmer konnten nur mit einer Notbremsung einen Zusammenstoß vermeiden. Bei Neustadt war das Glück dann aufgebraucht. Der Verursacher setzte die Fahrt in Richtung Donaueschingen fort. Mehrere Polizeidienststellen wurden in die Fahndung einbezogen.

Gegen 20 Uhr gingen aus dem Raum Bodensee erneut Meldungen über gefährliche Fahrmanöver des VW Multivan ein. Bis Streifen des Polizeireviers Friedrichshafen den Bus stoppten, den 53-jährigen Fahrer festnahmen, den Führerschein und den Bus beschlagnahmten. Nach Stand der Ermittlungen war der Mann weder alkoholisiert, noch stand er unter Drogeneinfluss, vielmehr könnte sein Verhalten möglicherweise mit einer Erkrankung zusammenhängen.