Gemeinderat lehnt Mobilfunkmast nahe des Bahnhofs ab

Martin Pfefferle

Von Martin Pfefferle

Sa, 16. Mai 2020

Schliengen

Schliengener Rat votiert gegen den von der Verwaltung vorgelegten Kompromiss mit einer knappen Mehrheit.

SCHLIENGEN. Eigentlich wollten die Deutsche Telekom und Vodafone jeweils einen eigenen Mobilfunkmast im Schliengener Gewann Wuhräcker errichten – zur Versorgung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Nun hat der Schliengener Gemeinderat auch den Kompromiss hauchdünn abgelehnt. Acht Räte votierten für den Verwaltungsvorschlag, einen gemeinsam genutzten, etwa 40 Meter hohen Mast zu errichten. Neun stimmten dagegen, drei enthielten sich. Grund für die knappe Ablehnung waren in erster Linie Bedenken wegen der Strahlung. Der Lieler Ortsvorsteher Ottmar Sprich (parteilos) berichtete, dass er im Vorfeld der Gemeinderatssitzung einen Anruf erhalten habe, bei dem es um die Sorge vor zuviel Strahlung durch die Mobilfunkanlagen ging.

Der vorgeschlagene Standort auf der gegenüber dem Bahnhof gelegenen Seite, sei zu nahe an der künftigen Wohnbebauung, befanden auch weitere Räte. Man könne damit rechnen, dass sich in der Bevölkerung Protest gegen die naheliegende Strahlungsquelle erheben werde. Dem wollten die Räte vorgreifen.

Bürgermeister Christian Renkert betonte, dass die Gemeinde lediglich den Standort zu beurteilen habe, nicht jedoch die eingesetzte Technik. Das wiederum sei Aufgabe des Landratsamtes. Zudem, so Renkert, könne das Landratsamt auch die Entscheidung überstimmen.

Georg Hoffmann (Grüne) stellte die Frage in den Raum, ob es überhaupt zusätzliche Sendeanlagen brauche. Zudem ging er davon aus, dass ein Standort weiter weg besser sei. Renkert dagegen warf ein, dass beide Anbieter ein "gewisses Funkloch" sehen. Ein weiteres Thema in der Debatte war die Frage, inwieweit es Gespräche mit dem Grundstücksbesitzer gegeben habe. Die Verwaltung bejahte das. Die Direktive der Verwaltung bei den Gesprächen mit den Mobilfunkanbietern war, keine zwei Funkmasten in unmittelbarer Nähe zuzulassen (geplant war ein Abstand von 130 Metern). Nun wird sich zeigen, wie das Landratsamt mit der Ablehnung umgehen wird.