Herbolzheim

Gemeinderat macht Weg frei für zusätzlichen Wohnraum

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mi, 10. August 2022 um 09:30 Uhr

Herbolzheim

Die Stadt Herbolzheim schafft planerische Grundlage für neue Mehrfamilienhäuser in Tutschfelden und die Aufstockung von Gebäuden in der Kernstadt.

In Tutschfelden können an der Ecke Weinstraße/Kreisstraße drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Der Gemeinderat hat dafür den Weg freigemacht mit der Änderung des Bebauungsplans "Frohmatten".

Die Fläche ist heute weitgehend bestimmt durch Bürgerhaus, Sportplatz, Kindergarten und Feuerwehr. Dafür wurde der Bebauungsplan Anfang 2000 aufgelegt. Entlang der Weinstraße, hin zur Einmündung in die K 5118 ist ein mit Gehölz bewachsener Streifen übriggeblieben. Der Streifen war ursprünglich für einen Fuß- und Radweg vorgesehen, was aber nicht realisiert wurde. Der Eigentümer der Fläche hatte bei der Stadt angefragt, ob er hier Wohngebäude bauen könne.

Keine Bedenken von Behörden und Ortschaftsrat

Wegen der anhaltenden Nachfrage nach Wohnungen in der Region Herbolzheim und der erwünschten Innenverdichtung unterstütze die Stadt das Vorhaben und habe die Änderung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht, erklärte Stadtplanerin Stefanie Burg am Ende des Verfahrens, als die Kommentare von Behörden, Institutionen und Bürgern auf dem Tisch lagen. An der Planung hatte sich damit nichts geändert. Der Ortschaftsrat habe keine Bedenken, erklärte Ortsvorsteher Reinhard Roser.

Birgt Nähe zu Gewerbehalle ein Problem?

Reinhold Hämmerle kritisierte die Nähe zu einer Gewerbehalle. Damit beschere man sich wegen des Lärms einen ständigen Zankapfel, befürchtete er. Zugelassen sei eine Lagerhalle, so Burg. Die Emissionen, die für den Betrieb einer Lagerhalle zulässig sind, hielt sie für unproblematisch, zumal bereits Wohnbebauung in dem Areal bestehe. Auch Roser sah darin kein unlösbares Problem.

Stadt strebt Alternative zu ursprünglich geplantem Radweg an

Hämmerle beanstandete auch den Wegfall des Radweges. Dies sei keine radfahrerfreundliche Politik. Roser erklärte, es existierten Vorschläge, wo der Radweg an anderer Stelle realisiert werden könne. Im Oktober würden die Pläne vorgestellt. Die ursprünglichen Vorstellungen, wie der Radweg im Kreuzungsbereich angelegt werden könne, würden sowieso als unbrauchbar erachtet. Bürgermeister Thomas Gedemer betonte, dass besagte Fläche nicht der Stadt gehört und eine bessere Alternative bestehe.

Weitere Wünsche nach Aufstockung von Wohnhäusern

Der Bebauungsplan "Hohe" und damit das Erscheinungsbild der bestehenden Gebäude erfährt für die Ecke Moltkestraße/Maria-Sand-Straße eine weitere Veränderung. Vor zwei Jahren wurde hier eine Nachverdichtung beschlossen. Diese Planänderung ermöglicht es, ein Geschoss draufzusetzen. Als dies beschlossen wurde, wollten sich nicht alle Eigentümer, für deren Gebäude dies naheliegend ist, an der Änderung des Bebauungsplans beteiligen. Nun hat die Nachbarschaft nachgezogen und möchte ebenfalls in den Genuss eines weiteren Stockwerks kommen, was allerdings ein neues Verfahren erfordert. Im Zuge dieses Verfahrens werden nun Behörden, Institutionen und Bevölkerung gehört. Der Geltungsbereich des geänderten Bebauungsplans wird um zwei Grundstücke erweitert. Auf diesen stehen zwei dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern. Für ein weiteres Vollgeschoss braucht es die Änderung. Der Eigentümer habe zugesagt, die Einfriedung seines Grundstücks auf die zulässige Höhe zu reduzieren, erklärte Michael Weber vom Bauamt auf Nachfrage.