Bildung

Gemeinschaftsschulen Todtnau/Schönau erhalten das "BoriS"-Siegel

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Fr, 22. Oktober 2021 um 10:58 Uhr

Todtnau

Die Gemeinschaftsschulen Todtnau/Schönau werden für ihre Unterstützung von Jugendlichen bei der Berufswahl ausgezeichnet. Das blaue "BoriS"-Siegel des Landes ist nicht der einzige Dank.

Mächtig ins Zeug gelegt hatten sich Mitglieder des Kollegiums der Gemeinschaftsschulen Todtnau/Schönau für die Zukunft ihrer Schützlinge. Honoriert wurde dies nun erneut mit dem blauen "BoriS"-Siegel, dem Berufswahl-Siegel des Landes Baden-Württemberg, das diese Anerkennung vorbildlicher Arbeit sozial und erzieherisch tätiger Einrichtungen 2006 unter der Flagge des Handwerkstages, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und beteiligter Unternehmen von der Bertelsmann-Stiftung übernommen hat.



Besonders die Projektverantwortlichen Nicole Robold und Silvia Laaß engagieren sich weit über ihr eigentliches Aufgabengebiet hinaus mit viel Herzblut dafür, zwischen 200 und 300 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen fünf bis zehn den Weg zu ebnen in ein Berufsleben, das ihren Neigungen, ihren Vorstellungen und ihrem Talent entspricht. Stolz wollten die Schulleiterin Stefanie Waldvogel, die Konrektorin Claudia Hierholzer und Nicole Robold am Mittwoch das Symbol der Auszeichnung in Todtnau in Empfang nehmen, was allerdings wegen eines Zwischenfalls – der Mitarbeiter mit dem Siegel hatte auf der Anreise eine Panne – nicht so klappte wie vorgesehen.

Schild signalisiert für drei weitere Jahre Unterstützung

Wenn das neue Signet in Todtnau eintrifft, wird es an der Stelle deponiert, an der in den zurückliegenden drei Jahren ebenfalls ein solches Schild in Blau gehangen hat. Es signalisiert Schülern, Lehrern und Eltern dann weitere drei Jahre, dass die Jugendlichen nicht auf sich allein gestellt sind, wenn sie Rat und praktische Hilfen benötigen, um vorbei an oft unübersichtlichen Wegen hin zu einer optimalen Berufsorientierung zu navigieren. Ende 2020 musste das Kollegium zusammen mit Eltern, die bei dieser Aufgabe laut Vorgabe "Partner" zu sein hatten, Hausaufgaben machen. "Rund 40 Seiten umfasste der Kriterien-Katalog, den wir abzuarbeiten hatten", sagte Nicole Robold. Mit im Boot: Erstmals das Altenheim Todtnau sowie wie zuvor schon Handwerksbetriebe, soziale Einrichtungen, Lehranstalten oder Unternehmen, die dem Nachwuchs ihr Know-how zur Berufsorientierung beispielsweise in Praktika oder bei Betriebsbesichtigungen zur Verfügung stellten und gerne die Bereitschaft junger Menschen in Anspruch nahmen, sich in der Hausaufgabenbetreuung erzieherische Sporen zu verdienen.

Selbstverständlich haben die Jugendlichen neben diesen praktischen Möglichkeiten jede Unterstützung beim Verfassen von Bewerbungsschreiben erhalten, hieß es bei der Übergabe des Siegels. Und die Jury, die den Kriterienkatalog zu bewerten hatte, wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Möglichkeiten vorhanden seien, "Schülerinnen und Schüler (und deren Eltern) mit anderer Herkunftssprache in der Beruflichen Orientierung zu unterstützen."

Ehemalige Schüler helfen bei der Orientierung

Ausfallen musste coronabedingt das bisher übliche Treffen mit Vertretern der Betriebe in der Schule. Dieses könnte eventuell im Frühjahr nachgeholt werden. "Mal sehen", sagte Nicole Robold, die allerdings gleichzeitig auch auf eine andere wertvolle Komponente zur Orientierung hinweist: "Ehemalige Schülerinnen und Schüler wurden und werden eingeladen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen beim Start von der Schule aus ins Berufsleben zu schildern. Und davon machen viele auch sehr gerne Gebrauch – und zwar auf beiden Seiten", so Robold.

Ein Erfolg der Bemühungen der Gemeinschaftsschulen um Transparenz und Nachhaltigkeit sei durchaus messbar, glauben Nicole Robold und Schulleiterin Stefanie Waldvogel. Vor allem bei den Eltern komme "der große Austausch" prima an. "Toll" finden sie, dass Kooperationen Früchte tragen und dass beispielsweise auch Sanitätsdienste eingebunden sind mit dem Ziel, anderen Schülern zu helfen. Praktikumsbescheinigungen würden gesammelt und zum Beispiel bei Bewerbungen nicht bloß anerkannt, sondern sehr geschätzt als Zeichen außerordentlichen Engagements, sind die Beteiligten sicher.