Pharmazie

Vogelgrippe: Mit Tamiflu wollte Roche die Welt retten

Nike Heinen

Von Nike Heinen

Mo, 20. Dezember 2010

Gesundheit & Ernährung

Der Schweizer Pharmariese Roche versprach einst, mit der Tamiflu-Tablette die Welt vor der Vogel- und Schweinegrippe zu retten. Hat die Firma geschummelt?

Die Post von Roche ist dürftig. Die Zuständigkeiten in der Schweizer Zentrale hätten gewechselt, lässt der Unternehmenssprecher wissen. Deshalb sei es gerade unmöglich, jemanden aufzuspüren, der mit der Materie vertraut ist. Bei der ersten Anfrage hatte sich Hans-Ulrich Jelitto noch auskunftsfreudiger gegeben, Fragen waren aber auch damals offengeblieben.

Es passiert nicht oft, dass Konzerne die Gelegenheit zu Stellungnahme verstreichen lassen. Wer sieht schon gerne von sich die Feststellung in der Zeitung gedruckt, der Journalist habe vergeblich auf Antworten gewartet. Besonders selten passiert dies, wenn es wie in diesem Fall um einen Kassenschlager geht: um das Grippemittel Tamiflu, einst als letzte Rettung vor dem Vogel- und Schweinegrippevirus gefeiert und als Tablette für Milliardensummen in alle Welt verkauft.

Das Verhalten des Pharmakonzerns verstärkt den zweifelhaften Eindruck, den ein internationales Gutachterteam der Cochrane Collaboration von Roches wissenschaftlicher Ehrlichkeit gewonnen hat. Auf der Website der Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Pharmakonzernen auf die Finger zu schauen und die wissenschaftliche Datenlage zu deren Medikamenten zu überprüfen, entlarven Influenzaspezialisten um den britischen Epidemiologen Tom Jefferson die Geschichte vom vermeintlichen Lebensretter Tamiflu als mutmaßlichen Bluff. Es gebe deutliche ...

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