BZ-Serie "gut und gesund Essen" (8)

Ernährungsirrtümer: Gibt es gutes und böses Essen?

Petra Kistler

Von Petra Kistler

Mo, 27. März 2017 um 07:03 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Noch nie achteten so viele Menschen so genau auf ihre Ernäh rung. Deutschlands oberste Ernährungsaufklärerin Margareta Büning-Fesel über verängstigte Verbraucher, gutes oder böses Essen.

BZ: Frau Büning-Fesel, die normalste Sache der Welt scheint nicht mehr normal zu sein. Machen wir uns viel zu viele Gedanken um das richtige Essen?
Büning-Fesel: Manchmal hat man den Eindruck, dass Menschen ihr natürliches Verhältnis zu Lebensmitteln verloren haben. Das Grundgefühl, was tut mir gut, was sollte ich essen, scheint an einigen Stellen zu fehlen. Vielleicht auch, weil es nicht richtig gelernt wurde. Deshalb müssen wir die Familien von der Schwangerschaft über die Kita und die Schule unterstützen, um solch ein Grundvertrauen wieder herzustellen.

BZ: In Deutschland werden Lebensmittel sehr gut kontrolliert, Skandale sind selten. Woher kommt die große Verunsicherung?
Büning-Fesel: Wir hatten noch nie so sichere und gesunde Lebensmittel. Die Auswahl war auch noch nie so toll und vielfältig – und dennoch ist die Unsicherheit enorm. Und die Angst, man könnte sich mit Inhaltsstoffen wie Gluten oder Laktose schaden. Es gibt einige wenige Menschen, die das betrifft, aber es gibt ganz viele Menschen, die lassen es weg, ohne dass sie es müssten.
"Hinter neuen Trends stehen kommerzielle Interessen."

BZ: Weizen macht dumm, Milch macht krank, Zucker süchtig. Warum kommen solche Ernährungsideologien so gut an?
Büning-Fesel: Vielleicht weil sie so schlicht sind. Menschen lieben es, Regeln zu haben, die ihnen Orientierungshilfe fürs Leben geben. Wenn ich genau weiß, was ich alles weglasse, muss ich mir keine Gedanken über das Essen mehr machen. Die ...

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