Glasmalkunst aus Basel

Winfried Studer

Von Winfried Studer

Mi, 11. Dezember 2019

Neuenburg

Standesscheiben im Neuenburger Museum für Stadtgeschichte.

NEUENBURG AM RHEIN/BASEL. Die Basler Glasmalerei der Frührenaissance verdankt Hans Holbein dem Jüngeren starke und nachhaltige Impulse, zumal dessen als vorbildlich geltende Scheibenrisse im 16. Jahrhundert von Basler Künstlern rege kopiert wurden. Die Basler Standesscheibe (Maria, 1519), mit Strahlenkranzmadonna atmet in Komposition, Zeichnung und Kolorit den Einfluss des seit 1519 in Basel ansässigen Meisters. Im Historischen Museum in Basel ist eine identische Standesscheibe ausgestellt, die aus einer Basler Landkirche stammt.

Die beiden Standesscheiben, die im Museum für Stadtgeschichte in Neuenburg am Rhein ausgestellt sind, gelangten als Geschenk einer Schliengener Familie an die Liebfrauenkirche in Neuenburg am Rhein mit der Maßgabe, dass die beiden Glasmalereien im öffentlichen Raum gezeigt werden. Die Scheibe mit dem Bild der Gottesmutter hat einen engen Bezug zur Neuenburger Stadtpfarrkirche, deren Patronatsfest an Mariä Himmelfahrt, 15. August, ist.

Basel war ein bedeutendes Zentrum der "Kabinettglasmalerei". Zur Kundschaft der Basler Glasmaler gehörte auch die mit Basel vielfach verbundene Stadt Neuenburg am Rhein. Leider sind die für Neuenburg am Rhein geschaffenen Scheiben, wie nahezu alles aus der mittelalterlichen Stadt, Kriegszerstörungen und Rheinhochwasser zum Opfer gefallen.

Das Museum für Stadtgeschichte in Neuenburg am Rhein im Alten Rathaus am Franziskanerplatz ist sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet.