Große Brocken und Pakete in Todtnau

Ulrike Jäger

Von Ulrike Jäger

Sa, 04. Januar 2020

Todtnau

NEUJAHRSEMPFANG I: Bürgermeister Wießner gab vor 200 Gästen eine Übersicht, was in der Stadt alles passiert ist und was ansteht.

TODTNAU. Von der Schwimmbadsanierung bis zur Hangsicherung in Geschwend, von der Neugestaltung der Muggenbrunner Ortsmitte bis zum Stadtwald: Um Herausforderungen, Sorgen, aber auch um erreichte Ziele und Ausblicke drehte sich die Rede von Bürgermeister Andreas Wießner beim Neujahrsempfang in Todtnau.

"Eine Übersicht, was in einem kleinen Schwarzwaldstädtchen so alles passiert", nannte Wießner das. Und dies wollten knapp 200 Gäste aus Politik und Wirtschaft, Vereinen und Schulen, Bürgermeister, Vertreter von Polizei und Bundeswehr, Ehrenbürger, Jungbürger und Bürger aus allen Ortsteilen gerne hören. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von Flötistinnen der Musikschule Oberes Wiesental.

So wurden zwei Millionen Euro in die Schwimmbadsanierung in Todtnau investiert, ein "großes Paket" sei das gewesen, ein größeres folge mit dem Umbau des Alten- und Pflegeheims. Ganz neue und ungewohnte Sorgen bereite nun der Wald. Habe der Stadtwald – der zehntgrößte Deutschlands und viertgrößte in Baden-Württemberg – früher 500 000 Euro Reinertrag gebracht, gebe es im Jahr 2019 ein Minus in derselben Höhe. "Eine Million, die fehlen wird", sagte Wießner. Weitere Sorgen bereiteten die Straßen- und Brückensanierungen. Ein großer Brocken im wahrsten Sinne ist und wird die Hangsicherung in Geschwend, hier war im Frühjahr ein tonnenschwerer Fels auf einen Garagenplatz gekracht, im November dann mussten 80 Geschwender ihre Häuser verlassen. Viel Applaus gab es für Wießners Dank an die Geschwender Bürger für ihre Geduld und ihr Verständnis. Die Arbeit dort ginge jetzt erst richtig los, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die sechs noch zu sichernden Felsen und den Zaunbau. "Die meisten großen Sachen kommen noch", sagte er auch mit Blick auf das Regenüberlaufbecken, die Brandschutzmaßnahmen im Kurhaus Todtnauberg, die Neugestaltung der Ortsmitte Muggenbrunn oder den bei laufendem Betrieb zu meisternden Umbau des Altenheims. Die Stadtsanierung schreite voran, dem Abbruch der ehemaligen Metallwerke Todtnau stünden allerdings gerade Fledermäuse entgegen. Der Abbruch des Gebäudes Wissler-Bürsten sei genehmigt, jedoch geknüpft an die Baugenehmigung des dort geplanten Parkhauses. Aftersteg sei nun nach zehn Jahren Wartezeit in den Flurneuordnungsplan aufgenommen, neue Bauplätze seien in Todtnau ausgewiesen.

Expandierende Firmen und neue Tourismus-Aktivitäten

Wießner bedauerte, dass in Todtnau ein Mangel an Gewerbeflächen bestehe und hob die Initiative der Familie Muschelknautz hervor, die mit ihrer jungen Firma Waldkraft nun bereits expandiere und in das Gebäude der Firma Dietsche nach Aftersteg umziehe. Sein Dank ging an alle Unternehmer, die Arbeitsplätze schafften, und ein ganz persönlicher Dank ging an das Team von Thomas Honeck und Bertold Wunderle vom Gesundheitszentrum. Mit drei weiteren neuen Ärzten sei die Zukunft des Gesundheitszentrums Todtnau gesichert. Auch diese Aussage belohnten die Gäste mit Applaus.

Im Bereich Tourismus sei das Hotelprojekt in Todtnauberg, an dem zehn Jahre lang gearbeitet wurde, mit einem Bürgerentscheid abgelehnt worden, bedauerte Wießner. Doch würde nun das Hotel Rübezahl in ein Aparthotel umgebaut, in Herrenschwand sei ein neues Gästehaus geplant, die Erneuerung des Stübenwasenlifts in Todtnauberg werde ernster und der Notschrei sei nun ganz neu Wintersport-Bundesstützpunkt (nordisch und paralympisch), berichtete Wießner. Am Radschertparkplatz werde eine Parkraumbewirtschaftung eingerichtet, "das heißt nichts anderes, als dass Sie dann eben bezahlen müssen", sagte der Bürgermeister und rief damit Gelächter hervor. In diesem Zusammenhang sagte er, dass eine Verbesserung der Kommunikation mit den Bürgern geplant sei.

Andreas Wießner zählte einige Jubiläen von Firmen auf, wie das 100-jährige Bestehen von Mode Asal oder 150 Jahre Keller-Bürsten. In diesem Jahr würden 100 Jahre der Firma Gottlieb Ebser und 250 Jahre Bürstenbinderei Leodegar Thoma in Verbindung mit der Eröffnung des Bürstenmuseums im September gefeiert. Eine Person, die maßgeblich an diesem Projekt beteiligt ist, ist Monika Schneider, die an diesem Abend die Bürgermedaille erhielt.