Großer Erfolg für ED in Bundeswettbewerb

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 20. Juli 2019

Grenzach-Wyhlen

Wirtschaftsminister setzt auf Wasserstoff-Forschung aus Gemeinde.

GRENZACH-WYHLEN (BZ). Gute Nachrichten für Energiedienst (ED): Als eine von 20 aus 90 Projektskizzen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier das Konzept des Stromerzeugers "H2 Wyhlen" beim Ideenwettbewerb "Reallabor Energiewende" des Wirtschaftsministeriums in die engere Auswahl gebracht. Nun kann Energiedienst einen Antrag auf Förderung beim Ministerium stellen, wie das Unternehmen mitteilt.

Zentrales Thema des Wettbewerbs ist die Erzeugung von kohlenstoffdioxid- (CO2)-armem Wasserstoff. Konkret entwickeln die teilnehmenden Unternehmen Testräume für die lokale Energie- und Rohstoffversorgung der Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie auf Basis von regenerativem, strombasiertem Wasserstoff.

In Grenzach-Wyhlen will ED mit Partnern aus Industrie und Forschung herausfinden, wie die Power-to-Gas-Infrastruktur am Wasserkraftwerk mit nahen Quartieren und Industriearealen zu einem Gesamtsystem verknüpft werden kann. Dabei wird nach Angaben des Unternehmens unter anderem untersucht, ob ein Ausbau der Erzeugungskapazität der Power-to-Gas-Anlage und der Abtransport des Wasserstoffs über eine Leitung sinnvoll und wirtschaftlich tragbar wäre.

"Wir freuen uns sehr, dass wir eine Runde weiter sind. Denn wir messen dem Wasserstoff in der Energiewelt der Zukunft eine sehr große Bedeutung zu", wird Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, in einem Schreiben an die Presse zitiert. Sektorenkopplung, wie ED sie gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Stuttgart erforscht, spiele dabei eine sehr wichtige Rolle. "Wir hoffen, dass wir nun auch tatsächlich bei der Förderung berücksichtigt werden", so Reichert.

Aussicht auf energiepolitisches Leuchtturmprojekt

Auch Bürgermeister Tobias Benz freut sich, dass das Unternehmen für Grenzach-Wyhlen die erste Hürde in dem bundesweiten Wettbewerb genommen hat. "Als Gemeinde sind wir stolz, dass das Projekt hier verwirklicht wird", teilt er der Presse mit. "Ich bin der Überzeugung, dass der Brennstoffzellentechnologie eine zentrale Rolle in der Energiewende zukommen wird. Der Gewinn des Ideenwettbewerbs bestärkt uns als Gemeinde, dass wir die Power-to-Gas-Anlage unterstützt haben."

Ebenfalls erfreut zeigt sich Armin Schuster, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim. "Es ist ein großer Erfolg für die gesamte Region, dass die Förderung nach Grenzach-Wyhlen kommt. Damit können zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen erforscht werden", schreibt er in einer Mitteilung. "Im Mittelpunkt steht der CO2-arme Wasserstoff, dessen Nutzung keine oder nur sehr geringe Treibhausgas-Emissionen bedeutet." Schuster und Benz betonen gemeinsam: "Vor allem angesichts der aktuellen Debatten in der Klimapolitik kann aus diesem Projekt ein energiepolitisches Leuchtturmprojekt werden."

Die Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Nicole Hoffmeister-Kraut, sieht das Projekt als Erfolg für ganz Baden-Württemberg. "Um unsere Bemühungen im Klimaschutz zu verstärken, müssen wir auch neue Wege gehen", schreibt sie in einer Mitteilung. "Für die Sichtbarkeit und Wirtschaftlichkeit neuer Technologien ist eine Erprobung im realen Betrieb unverzichtbar. Der Mut und die Entschlossenheit der Energiedienst AG, hier in neue Technologien zu investieren, verdient Anerkennung. Das zeigt aber auch, dass Power-to-Gas keineswegs mehr eine Technologie nur für das Labor ist."

Das Wirtschaftsministerium fördert das Projekt mit insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Mehr zum Ideenwettbewerb unter http://mehr.bz/bwm-reallabor