Haftstrafe für Betreiber von Drogenlabor

afp

Von afp

Di, 27. April 2021

Panorama

Berliner Angeklagter zu knapp acht Jahren verurteilt / Bewährungsstrafe für geständigen Angestellten.

Vor dem Berliner Landgericht ist der Betreiber eines Drogenlabors am Montag zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte Jan M. stellte nach Überzeugung der Kammer in seiner Firma für Nahrungsergänzungsmittel in den Jahren 2018 und 2019 rund 550 000 Ecstasy-Tabletten her. Der Mitangeklagte Frank K. erhielt aufgrund seiner umfassenden Aussage eine Bewährungsstrafe von knapp zwei Jahren.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten die Betäubungsmittelproduktion als Auftragsarbeit erledigten. So wurde den Angeklagten das zur Herstellung benötigte MDMA von einer nicht identifizierten Gruppe geliefert, die anschließend die fertiggestellten Ecstasy-Tabletten abholte.

Nach Darstellung des Gerichts war es die Aufgabe von K., das MDMA zu zerkleinern und mit weiteren Zutaten zu mischen, um so einzelne Pillen herzustellen. Anschließend wurden die Pillen zu je tausend Stück verpackt. Pro Tablette soll der Angeklagte M. dabei fünf Cent verdient haben.

Das Gericht ging von einem Gesamtgewinn von knapp 40 000 Euro aus und verhängte eine entsprechende Vermögenseinziehung. Dem Angeklagten K. sollen für jede der insgesamt fünf Produktionen 2000 Euro Lohn versprochen worden sein, insgesamt soll er rund 5000 Euro erhalten haben. Auch gegen K. wurde eine Vermögenseinziehung angeordnet.

Die vergleichsweise hohe Haftstrafe für M. verhängte das Gericht auch wegen einschlägiger Vorstrafen, eine verminderte Schuldfähigkeit aufgrund von Drogenkonsum sah es als nicht erwiesen an.