Gerichtsprotokoll vom zweiten Prozesstag

Haupttäter Christian L. sagt emotionslos im ersten Staufener Missbrauchsprozess aus

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Mi, 18. April 2018 um 13:07 Uhr

Staufen

Im ersten Prozess im Staufener Missbrauchsfall hat Haupttäter Christian L. ausgesagt: Mit erschütternder Gleichgültigkeit und absolut geschäftsmäßig schilderte der 39-Jährige, wie er jahrelang den Sohn seiner Lebensgefährtin missbrauchte und ihn gegen Geld anderen Männern zum sexuellen Missbrauch überließ.

Der Prozess gegen Markus K. ist die erste gerichtliche Aufarbeitung im Staufener Kindesmissbrauchsfall. Christian L. und Berrin T. missbrauchten den neunjährigen Sohn von Berrin T. und überließen das Kind gegen Geld Männern zum Missbrauch. Einer von ihnen ist Markus K. aus der Ortenau. Dem 41-Jährigen, der einschlägig vorbestraft ist, werden von der Staatsanwaltschaft Vergewaltigung, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, schwere Zwangsprostitution, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Verstoß gegen Weisungsaufsicht und Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften vorgeworfen. K. hat am ersten Verhandlungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Geständnis abgelegt.
Weiterer Gang des Verfahrens
15.40 Uhr Für den Rest des heutigen Verhandlungstages wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen: Der forensische Gutachter Dr. Hartmut Pleines wird sein psychiatrisches Gutachten vortragen. Am Donnerstagvormittag werden die Schlussvorträge gehalten, ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am morgigen Donnerstag um 15 Uhr soll das Urteil verkündet werden.

Verlesung von Dokumenten
15.10 Uhr Richter Bürgelin verliest die Eintragungen von Markus K. im Bundeszentralregister: Die Verurteilung wegen des Sexualdelikts im Sommer 2009. Aus dem Urteil dieses Falls, das größtenteils bereits verlesen wurde, wird auch noch ein zusätzlicher Abschnitt verlesen, der die Strafzumessung betrifft. Positiv wurde damals etwa bewertet, dass K. gestanden hatte, dem Opfer eine Aussage ersparte und nicht vorbestraft war; auch die von K. geschilderte Missbrauchserfahrung wurde mildernd ausgelegt.

Dann werden zwei Strafanträge wegen des Verstoßes gegen Weisungsauflagen verlesen. Auch der zuletzt für Markus K. geltende Weisungsbeschluss wird verlesen: K. musste sich alle 14 Tage melden, Umzüge und Arbeitsplatzwechsel melden, eine Therapie mit mindestens drei Sitzungen pro Monat absolvieren. Auch wurde ihm verboten, Kontakt mit Kindern und Jugendlichen ohne deren Erziehungsberechtigte zu haben. Er musste Schulen und Kindergärten meiden.

Richter Bürgelin verliest dann mehrere Facebook-Chats zwischen Markus K. und Christian L., über die diese den Missbrauch des Jungen anbahnten und sich gegenseitig ihrer Identität ...

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