Hauß folgt auf Henche

Gerd Lustig

Von Gerd Lustig

Fr, 13. März 2020

Rheinfelden

Der Krankenhausförderverein will weitermachen und verjüngt seine Spitze.

RHEINFELDEN. Der Krankenhausförderverein will unverändert weitermachen und sich weiter bei der gesundheitlichen Versorgung des Rheinfelder Krankenhauses einbringen. Wir werden mindestens bis zur Öffnung des Zentralklinikums in Lörrach unsere Arbeit fortsetzen", betonte Vorsitzender Hans Rudolf Henche bei der jüngsten Mitgliederversammlung des 550 Mitglieder zählenden Vereins im Sitzungssaal des Rathauses.

Auch nach der Fertigstellung des Zentralklinikums, die für 2025 geplant ist, werde der Verein weitermachen. Ebenso will man sich bei den Zukunftsplänen des Hauses oberhalb des Vogelsangs mit Ideen, Vorschlägen und Knowhow einbringen.

Gleichzeitig kündigte Henche, der seit 2012 den Verein führte, seinen Rückzug und eine deutliche Verjüngung an der Spitze des Vereins an. Zum neuen Vorsitzenden wurde Friedrich Hauß gewählt. Für den ebenfalls nicht mehr kandidierenden zweiten Vorsitzenden Horst Sift wurde Reiner Haag gewählt. Beide Neuen sind als Ärzte am Kreiskrankenhaus tätig. Weiterhin Schriftführerin bleibt Hannelore Nuß. Klaus Schäuble wurde in Abwesenheit für weitere zwei Jahre als Kassierer bestimmt.

Von einer schönen und harmonischen Zeit hatte zuvor der scheidende Vorsitzende gesprochen, der ebenso wie Horst Sift dem Verein im zehnköpfigen Beirat erhalten bleibt. In den 20 Jahren seit seiner Gründung 1999 habe der Verein rund 200 000 Euro in Inventar und nützliche Anschaffungen im Krankenhaus für die Patienten und Mitarbeiter investiert. Aktuell verfügt man noch über ein Guthaben von knapp 39 000 Euro.

Im abgelaufenen Jahr sei indes wenig realisiert worden. Das habe aber vor allem an der Administration der Kreiskliniken GmbH gelegen. "Das dauert einfach wahnsinnig lange, bis es Zustimmung für unsere Projekte gibt", bedauerte er. Grundsätzlich ist er sich aber sicher, dass die Anschaffungen durch Spenden des Vereins in der Vergangenheit sehr geschätzt wurden. "Die Unterstützung von Pflege, Patienten und Personal standen stets ganz oben auf unserer Agenda", so Henche.

Unterdessen kündigte der neue Vorsitzende Friedrich Hauß an, diesen Kurs fortzusetzen. "Wir müssen allerdings künftig noch mehr Mitglieder in unsere Vereinsarbeit einbinden", forderte er. Bei der weiteren Unterstützung der gesundheitlichen Versorgung im Rheinfelder Krankenhaus setzt er auf eine gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung der GmbH. "Dass ein neues Zentralklinikum entsteht, ist ja nicht das abrupte Todesurteil für den Verein", so Hauß. Und für die Zukunft des Hauses wünscht er sich einen bald anlaufenden und sachlich-pragmatischen politischen Prozess in der Stadt und im Landkreis.

Im Anschluss referierte der frisch gewählte zweite Vorsitzende, der Onkologe Reiner Haag, über das Thema "Medikamentöse Tumortherapien". Nachdem die Krebsforschung in den vergangenen 20 Jahren kaum Fortschritte bei der Bekämpfung von Krebs gemacht habe, zeichne sich jetzt neben Chemotherapie und Immuntherapie eine neue Hoffnung ab, die Gentherapie, bei der durch Veränderung von DNA deutlich größere Heilungschancen bestünden. Zu Euphorie, wie sie teils schon in Fachmagazinen verbreitet werde, bestehe zwar noch kein Anlass. "Für die nähere Zukunft bin ich aber sehr zuversichtlich, die ersten Ergebnisse bei Patienten machen Mut", so Haag.