Autoindustrie

Hella und Mahle bauen im Wiesental Personal ab

Jörg Buteweg und Gerald Nill

Von Jörg Buteweg & Gerald Nill

Do, 30. Juli 2020 um 19:19 Uhr

Wirtschaft

Die Krise der Autoindustrie schlägt auf ihre Lieferanten durch. Der Lichtspezialist Hella und der Kolbenhersteller Mahle bauen Personal ab – vermeiden aber betriebsbedingte Kündigungen.

Die Autozulieferer Hella und Mahle bauen in ihren Werken im Wiesental Personal ab, vermeiden aber Kündigungen. Das ergaben Nachfragen der Badischen Zeitung.

Der Lichtspezialist Hella hat bei der Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2019/2020 (1. Juni bis 31. Mai), das mit Verlusten endete, einen Sparkurs angekündigt. Davon ist auch das Werk in Wembach mit noch 780 Beschäftigten betroffen. Wie der Betriebsratsvorsitzende Christoph Rudiger der Badischen Zeitung am Donnerstag sagte, habe die Hella-Geschäftsleitung angekündigt, es werde Personalanpassungsmaßnahmen geben. Zahlen seien nicht genannt worden, weder eine Einsparsumme noch eine Personenzahl. Zuerst würden die einzelnen Bereiche geprüft, namentlich Verwaltung und Entwicklung.

Wie Rudiger sagte, habe die Geschäftsführung versichert, dass der Personalabbau sozialverträglich vonstattengehen solle, mit Altersteilzeit und Abfindungsprogrammen. In Wembach werden Innenleuchten gefertigt und radartransparente Abdeckungen. Sie schützen zum Beispiel Sensoren, die den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug messen.

Hella will am Firmensitz in Lippstadt rund 900 Arbeitsplätze streichen, insgesamt beschäftigt der Konzern 36 000 Mitarbeiter, 5400 weniger als im Sommer 2018. Rudiger zeigte sich überrascht, dass Hella neben der Verwaltung auch in der Entwicklungsabteilung Personal abbauen will.

Der Kolbenspezialist Mahle ist beim Personalabbau einen Schritt weiter als Hella. Im Werk Zell im Wiesental sind seit Anfang 2019 rund 90 Stellen weggefallen, wie das Stuttgarter Unternehmen auf Nachfrage mitteilte. Das sei durch Renteneintritte, Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen sowie die Nicht-Nachbesetzung von Stellen nach dem Auslaufen von Zeitverträgen erfolgt. Betriebsbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben. Laut einem Firmensprecher arbeiten noch gut 460 Beschäftigte in Zell.